Hyperthermie

Die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Klinik für Radioonkologie am Klinikum hat nun die in vielen Bereichen bereits etablierte Behandlungsmethode Tiefenhyperthermie eingeführt. Die dazu notwendigen technischen Anlagen sind installiert und in Betrieb gegangen. Die regionale Hyperthermie kann in Kombination mit Bestrahlung und Chemotherapie ein effektiver Bestandteil der Krebstherapie sein.

Das Ziel der Hyperthermiebehandlung ist eine spezifische Erwärmung der Tumorregion im Körper des Patienten auf 41 bis 43 Grad Celsius. Dadurch werden immunologische Effekte induziert, die Wirksamkeit der Strahlentherapie und einer möglichen Chemotherapie wird lokal über verschiedene Mechanismen verstärkt. Das gesunde Gewebe toleriert diese Temperatur ähnlich wie bei Fieber ohne Nebenwirkungen. Eine Messung der Temperatur wird an verschiedenen Punkten am und – je nach Tumorregion – auch im Körper notwendig (etwa Blase, Enddarm, Scheide) vorgenommen. Ähnlich wie eine Bestrahlung planen ein Arzt und ein Medizinphysikexperte auch die Hyperthermiebehandlung anhand von Bildern des Computertomographen, um eine hohe Qualität, Sicherheit und Zielgenauigkeit zu gewährleisten. Jede einzelne Hyperthermiesitzung wird zeitlich eng auf die Bestrahlung und die Chemotherapie abgestimmt.

Die Hyperthermie gilt als besonders erfolgversprechend in Kombination mit Bestrahlung und Chemotherapie bei Analkarzinomen, Gebärmutterhalskrebs, Harnblasenkarzinomen, Weichteilsarkomen oder bei einem Brustwandrezidiv eines Mammakarzinoms. Auch bei Enddarmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, dem Lokalrezidiv eines Prostatakarzinoms oder bei einer erneuten Strahlenbehandlung von wiederaufgetretenen Tumoren im Beckenbereich kann die zusätzliche Tiefenhyperthermie, häufig eingebunden in Studien, ein sinnvoller Therapiebaustein sein.

Die Hyperthermiebehandlung dauert je Sitzung etwa anderthalb bis zwei Stunden, insgesamt sind sechs bis zehn Behandlungen notwendig – dies ist von der speziellen Situation und dem zu behandelnden Tumor abhängig. Ein Arzt und eine weitere Fachkraft (MTRA) überwachen den Patienten ständig, zum Beispiel mit Elektrokardiogramm (EKG), Pulsoxymeter und Blutdruckmessungen. Anschließend erfolgt eine weitere Überwachung für mindestens eine Nacht auf der radioonkologischen Station.

Mehr dazu im Video-Interview mit PD Dr. med. habil. Gunther Klautke: https://youtu.be/hi4NDtY5GHI 

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