Erstes Trikuspidal-Clipping am Klinikum Chemnitz – minimalinvasiver Eingriff an Herz-Patientin

| Datum: Dienstag, den 29.09.2020 um 13:56 Uhr

Ein Team um den Ärztlichen Leiter der Kardiologie, PD Dr. med. habil. Karim Ibrahim, hat jetzt im Klinikum Chemnitz zum ersten Mal einen Trikuspidal-Clip bei einer 79-jährigen Patientin am Herzen eingesetzt. Mit dieser Metallklammer werden die Segel der Trikuspidalklappe so miteinander verbunden, dass die erkrankte Herzklappe wieder besser schließt. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv per Katheter, der über die Leistenvene bis zum Herzen geführt wird. Die Clip-Therapie wird bereits erfolgreich bei undichten Mitralklappen – ebenfalls eine Herzklappe – angewendet, auch am Klinikum Chemnitz bereits seit vielen Jahren. Die Reparatur undichter Trikuspidalklappen ist eine wichtige Weiterentwicklung dieses bekannten Eingriffs.

Eine Behandlung von Erkrankungen der Trikuspidalklappe ist seltener als an der im linken Herzen lokalisierten Mitralklappe. Aufgrund ihrer Lage auf der rechten Herzseite ist sie zwar mit dem Katheter besser zu erreichen, jedoch ist die Darstellung im Ultraschall erschwert, da die drei Segel der Herzklappe nicht auf einer Ebene liegen. „Durch die innovative Technik der dreidimensionalen Ultraschalldiagnostik können Patienten immer präziser voruntersucht und damit auch effektiv an der Trikuspidalklappe behandelt werden“ sagt Dr. med. Akram Youssef, der das Mitral- und Trikuspidalklappen-Programm am Klinkum Chemnitz leitet. Das Bildgebungsverfahren wird benötigt, um den Clip korrekt zu platzieren.

Die Trikuspidalklappe ist eine von vier Herzklappen. Sie lenkt den Blutstrom vom rechten Herzvorhof in die rechte Herzkammer. Ist die Klappe undicht (Trikuspidalklappen-Insuffizienz), kommt es zu Wasseransammlungen in Beinen und Bauch, zu Stauungen der Leber- und Halsvenen, die Nierenfunktion verschlechtert sich und es treten Herzrhythmusstörungen auf. „Patienten mit einer undichten Trikuspidalklappe sind in der Regel alt und schwer krank“, sagt Dr. Ibrahim. Eine große Herzoperation sei für die Betroffenen körperlich sehr belastend und oft riskant. Mit Medikamenten könne man nur die Symptome behandeln, nicht jedoch die undichte Herzklappe verschließen. Mit der Clip-Therapie per Katheter gibt es nun auch für diese Patientengruppe eine Behandlungsmöglichkeit. Dr. Ibrahim schätzt, dass künftig pro Jahr etwa 10 bis 20 Eingriffe dieser Art am Klinikum Chemnitz vorgenommen werden.

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