Bergarbeiterkrankenhaus Schneeberg soll zum Ambulanzzentrum im Erzgebirge ausgebaut werden

Bergarbeiterkrankenhaus Schneeberg soll zum Ambulanzzentrum im Erzgebirge ausgebaut werden

Schneeberg – Das Bergarbeiterkrankenhaus Schneeberg (BAK) soll zu einem führenden Ambulanzzentrum im Erzgebirge ausgebaut werden. Der Hauptgesellschafter hat dem Stadtrat und den Mitarbeitern ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Der Standort soll neu ausgerichtet werden, um dem ambulanten Bedarf Rechnung zu tragen. Vorgesehen sind Bausteine einer ambulanten Basisversorgung mit Notfallkomponente und einer ambulanten Spitzenversorgung sowie die Nutzung wesentlicher Teile der Stationsbereiche für die Altenpflege gemeinsam mit der Poliklinik und den Sozialbetrieben Mittleres Erzgebirge, beides Tochterunternehmen des Klinikums Chemnitz. Der Vorschlag für die Strukturänderungen wurde mit dem Stadtrat von Schneeberg im Anschluss an seine Sitzung am Donnerstag, den 24.10.2019, intensiv diskutiert und am darauf folgenden Montag den Mitarbeitern vorgestellt.

Der Hintergrund für dieses Vorhaben, sagte der Vorsitzende des BAK-Aufsichtsrats, Dipl.-Oec. Dirk Balster, sei vor allem die Demografie in Sachsen. „Wir reagieren mit unserem Projekt auf die besondere Entwicklung der Altersstruktur in der Region. Die hiesige Bevölkerung wird immer älter“, so Balster. „Wir haben verschiedene Varianten intensiv geprüft. Eine stationäre Akutversorgung macht in solch einer kleinen Einheit in der Nähe eines Schwerpunktversorgers langfristig medizinisch keinen Sinn. Dazu kommen zahlreiche gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise die Personaluntergrenzen, Mindestmengen sowie weitere, häufig auch abrechnungsrelevante Strukturvorgaben. Deren Erfüllung ist für kleinere Krankenhäuser zunehmend unmöglich. Zusammengenommen macht dieses einen Strategiewandel notwendig, den wir mit passenden Behandlungsangeboten für die älteren Patienten aktiv gestalten. Gleichzeitig ist die enge Anbindung an den Maximalversorger Klinikum Chemnitz jederzeit gewährleistet.“ Die Angebote für hochwertige ambulante Behandlungen seien zentral eingebettet in die Region Südwestsachsens, wo sich in unmittelbarer Nähe für die stationäre Versorgung ein Schwerpunktversorger neben weiteren Krankenhäusern in der lokalen Umgebung befände.

Bürgermeister Ingo Seifert zeigte sich erleichtert: „Wir sind sehr froh, nach den intensiven Überlegungen eine Entscheidungsvorlage  erarbeitet zu haben, mit der wir gemeinsam die Zukunftsfähigkeit des Standortes und weiterhin die wohnortnahe, medizinische Versorgung der Region gewährleisten können. Die Umwandlung zum Gesundheitscampus möchte ich als Bürgermeister nach Kräften fördern und danke dem Klinikum für die Unterstützung. Für die Patienten und die Bewohner der Region ist das eine sehr gute Nachricht und für die Mitarbeiter dieses Traditionsstandorts zeigen wir damit exzellente Perspektiven für die Zukunft auf.“

Die Kaufmännische Geschäftsführerin des Bergarbeiter Krankenhauses, Sophia Glock, sagte: „Alle Beteiligten haben sich in den vergangenen Jahren sehr intensiv für die  bestmögliche stationäre Versorgung eingesetzt und auch gute Initiativen vorangetrieben. Viele Mitarbeiter sind bereits seit Jahrzehnten im BAK beschäftigt. Veränderungen sind daher immer auch mit Emotionen verbunden. Sich wandelnde Rahmenbedingungen machen eine Anpassung jedoch unabdingbar. Wir haben massive Probleme bei der Gewinnung von Personal und bei der Abdeckung von Diensten. Prof. Steinmeier und ich werden uns weiterhin dafür einsetzen, unseren Mitarbeitern individuelle Perspektiven im Klinik-Konzern und hier vor Ort anbieten zu können. Herr Balster hat uns bereits zugesichert, dass jeder Mitarbeiter des BAK ein Angebot zur Weiterbeschäftigung im Klinikum Chemnitz oder in einem Tochterunternehmen erhalten wird.

Die vorgeschlagene Planung sieht für den Standort vor, mehrere ambulante Zentren zu verknüpfen und den Umbau zu einer hochwertigen Pflegeeinrichtung mit attraktiven Zuzahlungskonditionen. Das Förderprogramm Strukturfonds 2 soll für die Umgestaltung des Standorts einen wesentlichen finanziellen Beitrag leisten. Die ersten Reaktionen von Seiten der Krankenkassen sowie des Ministeriums sind dem Projekt nicht ablehnend gegenüber eingestellt. Im Gegenzug würde dann der Stationsbetrieb voraussichtlich Ende Juni des kommenden Jahres eingestellt.

Im Sommer dieses Jahres hat das BAK bereits ein Augenärztliches Zentrum mit 1,5 Sitzen erfolgreich aufgebaut. Dort sind ab diesen Herbst zusätzlich operative Verfahren vorgesehen. Die Nachfrage ist schon heute überwältigend, weil es in Schneeberg und Umgebung viel zu wenige niedergelassene Augenärzte gibt. Es ist zudem ein Chirurgisches Zentrum geplant. Diese Sitze werden durch ein ambulantes OP-Zentrum flankiert, welches ein breites medizinisches Leistungsspektrum ermöglicht. Die Poliklinik mit hausärztlicher Versorgung ist seit längerem am BAK etabliert und wird ab dem 01.01.2020 mit einer Ärztin aus der Region verstärkt. Bereits heute ist das Bergarbeiter-Krankenhaus in Verbindung mit dem Klinikum Chemnitz eine wohnortnahe Anlaufstelle für onkologische Patienten. Die Konzeption sieht zudem vor, in einer Zweigstelle des Onkologischen Centrums Chemnitz (OCC) eine Experten-Sprechstunde mit Basisdiagnostik für alle Entitäten einzurichten, um so das bisherige Angebot vor Ort entscheidend auf Maximalversorgerniveau zu erweitern.

Die Bergarbeiterkrankenhaus Schneeberg gGmbH betreibt den Standort Schneeberg im Auftrag der Klinikum Chemnitz gGmbH auf Grundlage eines Betriebspachtvertrags und eines Geschäftsbesorgungsvertrags. Träger der Bergarbeiterkrankenhaus Schneeberg gGmbH sind die Klinikum Chemnitz gGmbH mit 74,9 Prozent und die Stadt Schneeberg mit 25,1 Prozent. Grundlage für die anstehende Umstrukturierung ist die Verschmelzung der Anteile der Stadt Schneeberg auf die Klinikum Chemnitz gGmbH. Das Konzept steht selbstverständlich noch unter Gremienvorbehalt.

Das BAK wurde 1926/27 vom Landesverband der Sächsischen Ortskrankenkassen ursprünglich als Rheumasanatorium für 130 Patienten gegründet. Heute ist das Krankenhaus im Erzgebirge mit 20 Ärzten und 80 Pflege- und Funktionskräften ein Standort des Klinikums Chemnitz neben dessen Chemnitzer Standorten in der Flemmingstraße 2 und 4 sowie dem Standort Küchwald in der Bürgerstraße und dem in der Dresdner Straße. Das BAK betreibt derzeit 95 Betten in der Chirurgie, der Inneren Medizin und der Geriatrie. Angeschlossen ist das MVZ der Poliklinik gGmbH Chemnitz mit hausärztlichen, chirurgischen und augenärztlichen Sitzen.

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