Klinik für Radioonkologie etabliert Tiefenhyperthermie erstmals deutschlandweit in einem kommunalen Krankenhaus

Neue Karzinom-Behandlung am Klinikum Chemnitz:
Klinik für Radioonkologie etabliert Tiefenhyperthermie erstmals deutschlandweit in einem kommunalen Krankenhaus


Chemnitz – Das Klinikum Chemnitz geht bei der Krebsbehandlung neue Wege. Die von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Klinik für Radioonkologie am Klinikum hat nun die in vielen Bereichen bereits etablierte Behandlungsmethode Tiefenhyperthermie eingeführt. Die dazu notwendigen technischen Anlagen sind installiert und in Betrieb gegangen. Die regionale Hyperthermie kann in Kombination mit Bestrahlung und Chemotherapie ein effektiver Bestandteil der Krebstherapie sein

Dirk Balster, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums, sagte: „Deutschlandweit sind wir das erste kommunale Krankenhaus, das diese Therapie anbietet. Als Maximalversorger stärken wir als einziges Haus im Freistaat Sachsen mit der Hyperthermiebehandlung das onkologische Behandlungsspektrum. Chefarzt Dr. Klautke und sein Team erweitern damit entscheidend das Leistungsspektrum für die Patienten.“

Das Ziel der Hyperthermiebehandlung ist eine spezifische Erwärmung der Tumorregion im Körper des Patienten auf 41 bis 43 Grad Celsius. Dadurch werden immunologische Effekte induziert, die Wirksamkeit der Strahlentherapie und einer möglichen Chemotherapie wird lokal über verschiedene Mechanismen verstärkt. Das gesunde Gewebe toleriert diese Temperatur ähnlich wie bei Fieber ohne Nebenwirkungen. Eine Messung der Temperatur wird an verschiedenen Punkten am und – je nach Tumorregion – auch im Körper notwendig (etwa Blase, Enddarm, Scheide) vorgenommen. Ähnlich wie eine Bestrahlung planen ein Arzt und ein Medizinphysikexperte auch die Hyperthermiebehandlung anhand von Bildern des Computertomographen, um eine hohe Qualität, Sicherheit und Zielgenauigkeit zu gewährleisten. Jede einzelne Hyperthermiesitzung wird zeitlich eng auf die Bestrahlung und die Chemotherapie abgestimmt.


„Wir sind stolz darauf, unseren Patienten diese hochspezialisierte Krebstherapie als eine der größten Kliniken in Deutschland anbieten zu können. Dies war bislang nur an Universitätskliniken möglich, beispielsweise in Erlangen, München oder Berlin“, sagte PD Dr. med. Gunther Klautke, Chefarzt der Klinik für Radiologie.
Die Hyperthermie gilt als besonders erfolgversprechend, in Kombination mit Bestrahlung und Chemotherapie bei Analkarzinomen, Gebärmutterhalskrebs, Harnblasenkarzinomen, Weichteilsarkomen oder bei einem Brustwandrezidiv eines Mammakarzinoms. Auch bei Enddarmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, dem Lokalrezidiv eines Prostatakarzinoms oder bei einer erneuten Strahlenbehandlung von wiederaufgetretenen Tumoren im Beckenbereich kann die zusätzliche Tiefenhyperthermie, häufig eingebunden in Studien, ein sinnvoller Therapiebaustein sein.

Die Hyperthermiebehandlung dauert je Sitzung etwa 1,5 bis zwei Stunden, insgesamt sind sechs bis zehn Behandlungen notwendig – dies ist von der speziellen Situation und dem zu behandelnden Tumor abhängig. Ein Arzt und eine weitere Fachkraft (MTRA) überwachen den Patienten ständig, zum Beispiel mit Elektrokardiogramm (EKG), Pulsoxymeter und Blutdruckmessungen. Anschließend erfolgt eine weitere Überwachung für mindestens eine Nacht auf der radioonkologischen Station.

Ihre Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Arndt Hellmann
Leiter Konzernkommunikation & Marketing
Klinikum Chemnitz gGmbH
Flemmingstraße 2 // 09116 Chemnitz
Telefon 0371 333-32445 // Fax -32442
a.hellmann@skc.de

Chemnitz, 15. Juni 2018

Download Pressemitteilung ( 160,67 KB, pdf )

Qualität

Qualität steht bei uns an erster Stelle. Erfahren Sie mehr über unsere Qualitätsstandards.

Klinoskop

Lesen Sie online das Klinoskop, die Firmenzeitschrift des Klinikums Chemnitz.

Babygalerie

Wir sind in der Geburtshilfe des Klinikums Chemnitz zur Welt gekommen.