Neue Anlaufstelle verkürzt die Wege für Krebspatienten: OCC hat seine Ambulanz eröffnet

Beim Onkologischen Centrum Chemnitz (OCC) laufen für die Betreuung von Krebspatienten am Klinikum von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge alle Fäden zusammen. Das OCC ist der Dreh- und Angelpunkt in der Kommunikation zwischen Patient, Klinikum und den niedergelassenen Ärzten und in der Organisation aller Schritte und Termine im Therapieprozess. An dieser Stelle ist nun ein neuer Baustein hinzugekommen, der die Abläufe vor allem für Patienten weiter vereinfachen und die Wege verkürzen soll: Seit Anfang September ist in Haus 34 am Standort Küchwald des Klinikums Chemnitz die OCC-Ambulanz in Betrieb.

Die neuen Räume sind zunächst Anlaufstelle für die Patienten mit Tumoren des Verdauungstraktes und der Bauchhöhle, die in der ASV Gastrointestinale Tumoren ambulant behandelt werden können. Geplant ist, den Kreis der Patienten nach und nach zu erweitern. Die OCC-Ambulanz hat zwölf Chemotherapieplätze, verteilt auf zwei freundliche und helle Räume. Ergänzt wird die Ausstattung durch einen Untersuchungsraum, welcher für Gespräche oder etwa Tumornachsorge-Untersuchungen genutzt werden kann. Die neue Anmeldung ist Montag bis Freitag besetzt.

Die Abkürzung ASV steht für ambulante spezialfachärztliche Versorgung. Dies erlaubt es Krankenhäusern, gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten medizinische Versorgung ambulant zu erbringen. Die Grundlagen wurden mit dem  Versorgungsstrukturgesetz geschaffen, das seit 1.1.2012 gilt. Die Grundidee der ASV ist, die ambulante Diagnostik und Behandlung seltener sowie komplexer Erkrankungen und bestimmte hochspezialisierte Leistungen in einen neuen Versorgungsbereich zu überführen. In diesem können dann sowohl Krankenhäuser als auch niedergelassene Ärzte bei entsprechender Qualifikation tätig werden. Der Vorteil für Patienten, die sich in einer ASV behandeln lassen, ist die organisatorische und räumliche Nähe aller medizinischen Leistungen, die im Zusammenhang mit ihrer schweren und komplexen Erkrankung stehen. Das Klinikum Chemnitz als Maximalversorger mit allen auf die Behandlung onkologischer Erkrankungen spezialisierten Fachdisziplinen und sehr guter Kooperation mit niedergelassenen Ärzten ist für diese Form der medizinischen Versorgung sowie die Koordination der Therapie bei komplexen Erkrankungen hervorragend aufgestellt. Und sollte sich während der Therapie der Zustand eines Patienten verschlechtern, ist eine stationäre Weiterbehandlung jederzeit möglich.

Hilfe durch Palliativmedizin frühzeitig möglich

Leiter des ASV-Teams ist Dr. med. Hagen Rudolph, Oberarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Er leitet gleichzeitig das Viszeralonkologische Zentrum, in welchem die stationäre Behandlung der Patienten mit Tumoren des Verdauungstraktes und der Bauchhöhle erfolgt. Die Anbindung der ASV ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen stationärer und ambulanter Behandlung, ohne dass wichtige Informationen verlorengehen. In der neu eingerichteten OCC-Ambulanz am Klinikum halten die Ärzte Jack Chater, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Stammzelltransplantation), Jörg Hielscher, Oberarzt der Palliativstation im Geriatriezentrum, sowie Dominik Zolnowski,  Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin III, wöchentlich ihre internistischen  Sprechstunden innerhalb der ASV ab, in denen alle Diagnose- und Behandlungsschritte mit schwerkranken Patienten mit gastrointestinalen und Bauchhöhlen-Tumoren besprochen und organisiert werden. „Aufgrund der Konzentration von onkologischen Kliniken am Standort Bürgerstraße 2/Küchwald mit der dazugehörigen, etablierten Infrastruktur für Diagnose und  Therapie sowie den Zugang zu Studien ist es nur logisch und konsequent, die OCC-Ambulanz ebenfalls an diesem Standort zu betreiben“, sagt Jack Chater. Damit sind für die Patienten die Wege kurz.

Ein besonderes Angebot der ASV-Ambulanz besteht in der Möglichkeit der frühzeitigen Einbeziehung von Palliativmedizin in die Behandlungsprozesse, also schon vor oder während einer Krebsbehandlung. „Durch konsequente Reduzierung von tumor- und therapieassoziierten Symptomen und mentale Stabilisierung während aller Behandlungsphasen von Diagnosestellung an wollen wir den Patienten helfen, ihre schwierige Lebensphase mit bestmöglicher Lebensqualität zu bestehen und alle Möglichkeiten moderner Tumortherapie vollständig zu nutzen“, sagt der Palliativmediziner Jörg Hielscher.

NET-Patienten werden in OCC-Ambulanz weiterbetreut

Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (NET), also seltenen Tumoren, die aus hormonbildenden Zellen entstehen, werden auch innerhalb der ASV behandelt. Auch hier wird es zukünftig eine Sprechstunde vor Ort geben. Der zuständige Arzt Dominik Zolnowski freut sich, das Erbe von Dr. med. Detlef Quietzsch, langjähriger Arzt am Klinikum und Experte auf dem Gebiet der neuroendokrinen Tumoren, fortzusetzen und das international anerkannte NET-Register für diese Patienten weiter zu pflegen und auszubauen: „Ich freue mich sehr, dass wir diesen Patienten weiterhin eine umfassende Behandlung und Therapie ermöglichen können.“

Die neue OCC-Ambulanz profitiert von der Nähe zum Zentrum Klinische Studien, das ebenfalls neue Räume bezogen hat. Diese befinden sich, ebenfalls im Standort Küchwald, in Haus 4, das unmittelbar neben Haus 34 liegt und durch einen Gang mit ihm verbunden ist. Das OCC mit allen beteiligten Zentren und Kliniken nimmt aktuell an etwa 70 laufenden Studien teil und will diesen Part kontinuierlich ausbauen. Patienten profitieren davon, weil sie so Zugang zu neusten Therapien erhalten.

ASV gynäkologische Tumoren

Die ambulante Behandlung von Patienten mit seltenen oder komplexen Erkrankungen in einer ASV wird am Klinikum Chemnitz ausgeweitet. Nach den gastrointestinalen Tumoren ist diese Versorgungsform ab sofort auch bei den gynäkologischen Tumoren möglich. Für die Patientinnen bedeutet dies die Sicherheit, dass die Diagnose und Behandlung dieser Krebserkrankungen am Klinikum Chemnitz gesichert ist.

Kontakt OCC-Ambulanz und Anmeldung Tagesklinik

Die OCC-Ambulanz befindet sich am Klinikum Chemnitz, Bürgerstraße 2/Küchwald, Haus 34, Erdgeschoss. Sie ist per Telefon unter 0371 333-44111sowie per E-Mail an occ-ambulanz@skc.de zu erreichen.

Aktuell gibt es folgende Sprechzeiten in der OCC-Ambulanz:

Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr – ASV Gastrointestinale Tumoren
Mittwoch 8:00 bis 14:30 Uhr – Tagesklinik Radioonkologie

Patienten benötigen die Krankenversichertenkarte (Chipkarte) sowie einen Überweisungsschein ihres Hausarztes.

Für gynäkologische Tumoren können Patienten und Ärzte Kontakt über die Anmeldung der Tagesklinik der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Chemnitz aufnehmen, Telefon 0371 333-22292.

Kontakt Zentrum Klinische Studien

Das Zentrum Klinische Studien befindet sich ebenfalls am Standort Bürgerstraße 2/Küchwald, im Haus 4, Erdgeschoss. Die Leiterin der Studienkoordination ist Katja Schaarschmidt, Telefon 0371 333-42072.

Im Bild als Download: Jörg Hielscher, Oberarzt der Palliativstation im Geriatriezentrum (2. v.r.), Jack Chater, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Stammzelltransplantation; 3. v.r.), Dr. med. Ilja Kubisch, Oberarzt in der Klinik für Gastroenterologie / Gastroenterologische Onkologie (Mitte) und das pflegerische Team. 

Download Team der OCC Ambulanz ( 3,09 MB, jpg )

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