Bund und Land fördern Medizinstudium in Chemnitz

| Datum: Donnerstag, den 09.04.2020 um 13:37 Uhr

Förderung des Modellstudiengangs MEDiC der TU Dresden in Kooperation mit dem Klinikum Chemnitz durch Freistaat Sachsen und Bundesministerium für Gesundheit bestätigt


Ab dem kommenden Wintersemester werden an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden 50 zusätzliche Medizinstudienplätze geschaffen, die am Klinikum Chemnitz angesiedelt sind. Mit insgesamt 21,5 Millionen Euro fördert der Freistaat Sachsen bis inklusive 2023 diesen Modellstudiengang Humanmedizin der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden in Chemnitz (MEDiC).

Das Bundesministerium für Gesundheit hat jetzt dem Antrag der Dresdner und Chemnitzer Initiatoren ebenfalls zugestimmt. Im gleichen Förderzeitraum beteiligt sich der Bund zusätzlich in Höhe von 20,5 Millionen Euro. Damit unterstreicht das Ministerium die bundesweite Relevanz des zukunftsorientierten Medizinstudiums und das besondere Engagement der Hochschulmedizin Dresden und seiner Kooperationspartner.

„In den vergangenen Jahren haben wir eine Vielzahl von Daten erhoben und mit internationalen Studien verglichen, um die Tragweite des Ärztemangels in ihrer Dimension zu erfassen“, erklärt Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. „Auf Basis dieser Erhebungen haben wir gemeinsam mit den Chemnitzer Kollegen ein Modell entwickelt, das potenzielle Medizinstudierende in der Region anspricht, um sie hier zu halten und ideal auf ihre künftige Tätigkeit in ländlicheren Strukturen vorzubereiten.“

„Mediziner in die Region zu holen und dauerhaft hier zu halten, gehört für uns als Maximalversorger zu unserer Versorgungsstrategie für Südwestsachsen“, erklärt Dirk Balster, Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz. Als Großkrankenhaus mit breitem Fächerspektrum und hervorragend ausgebildeten Medizinern mit eigenen Forschungsschwerpunkten und Lehrbefugnissen sei das Klinikum Chemnitz besonders geeignet, ärztliche Fachkräfte auszubilden. „Von dem hohen Praxisanteil im Modellstudiengang profitieren Patienten und Mitarbeiter unmittelbar“, so Dirk Balster weiter. „Auch die Stadt Chemnitz wird erheblich von dieser Erweiterung des studentischen Angebots profitieren.“

MEDiC ist die sächsische Antwort auf die drohende medizinische Unterversorgung der ländlichen Region Südwest- und Mittelsachsen, die durch die Zunahme versorgungsintensiver Erkrankungen einer alternden Bevölkerung und dem wachsenden Ärztemangel im ländlichen Raum entsteht.

„Gerade in diesen Tagen haben wir gesehen, wie wichtig es ist, dass wir ein intaktes Gesundheitssystem haben“, so Professor Heinz Reichmann, Dekan der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. „Die wichtigste Ressource dafür sind gut ausgebildete Mediziner. Deshalb ist es so immens wichtig, dass wir den medizinischen Fortschritt auch während des Studiums schon mitdenken. Mit dem neuen MEDiC Studiengang haben wir die Chance, unser Gesundheitswesen noch weiter zu entwickeln und uns auf neue Herausforderungen vorzubereiten – mit jungen und engagierten Medizinern, die an ihrem Arbeitsplatz sozial verankert sind.“
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow fügt hinzu: „Mit der Zusage der finanziellen Unterstützung durch das Bundesgesundheitsministerium steht einem Start des neuen Studiengangs zum kommenden Wintersemester nun nichts mehr im Wege. Dafür möchte ich mich auch im Namen der gesamten sächsischen Staatsregierung bedanken. Für den Freistaat ist dieser neue Modellstudiengang eines von mehreren wichtigen Instrumenten die Ärzteversorgung im ländlichen Raum für die Zukunft abzusichern.“

MEDiC ist ein Studiengang der TU Dresden, der am Klinikum Chemnitz etabliert wird. In dem integrierten Modell erbringen beide Partner gemäß einer eng abgestimmten Konzeption die Aufgaben von Lehre und Forschung. Schwerpunkte sind die frühzeitige Entwicklung klinischpraktischer und interprofessioneller Kompetenzen, versorgungsorientierte Forschung sowie die Vernetzung und Digitalisierung der Medizin.
„Gerade in Zeiten einer globalen medizinischen Krisensituation halten wir an der Vision eines Medizinstudiums zur nachhaltigen Stärkung der regionalen medizinischen Versorgung umso mehr fest und setzen nun alles daran, den Studiengangstart optimal vorzubereiten“, sagt MEDiC Projektleiter PD Dr. Timo Siepmann.
Der Modellstudiengang soll eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung im ländlichen Raum stärken, indem Versorgungskompetenzen von der Allgemeinmedizin bis hin zur stationären Behandlung vermittelt werden. In dem studienbegleitenden Mentoringprogramm und dem angeschlossenen Lehrpraxennetzwerk erleben die Studierenden die ländliche Versorgung hautnah und setzen so den Grundstein für eine spätere Tätigkeit in der Region.
MEDiC wird nicht nur die Region Südsachsen maßgeblich stärken. Der Studiengang bietet auch ein überregionales Modell für eine moderne medizinische Ausbildung, die die digitale Vernetzung und Wissenschaftlichkeit mit den Bedürfnissen der ländlichen Versorgung vereint, wobei der Patient stets im Mittelpunkt stehen soll.

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