21. September ist Welt-Alzheimertag - steigenden Behandlungsbedarf gemeinsam bewältigen

| Datum: Montag, den 21.09.2026 um 14:15 Uhr

Der 21. September ist der Welt-Alzheimertag. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“. Deutschlandweit sind an der Alzheimer-Krankheit aktuell rund 1,8 Millionen Menschen erkrankt, hierbei ist die Gruppe von Patientinnen und Patienten über 65 Jahre besonders betroffen. Bis zum Jahr 2050 wird nach Schätzungen die Zahl der Betroffenen auf 2,7 Millionen ansteigen (DZNE, 2024).

In Sachsen leben aktuell etwa 104.000 Betroffene mit der Krankheit, was 3,75 % der Bevölkerung entspricht. Insbesondere in den ländlich geprägten Regionen (unter anderem in Mittelsachsen und in Ostsachsen) liegt aufgrund der demographischen Struktur dieser Prozentwert noch höher. Verkompliziert wird die Diagnosestellung mitunter durch das Vorliegen von Überlappungen von verschiedenen Demenzformen, die zudem eine schnellere Progression der Gedächtnisstörung bedingen können.

Das diesjährige Motto soll auch darauf aufmerksam machen, dass die Erkrankung durchaus jüngere Menschen betreffen kann und häufig mit einer sogenannten Prodromalphase von mehreren Jahren beginnt, bevor sich im Verlauf die eigentlichen Gedächtnisstörungen zeigen. Hieraus können eine hohe Belastung für die Betroffenen selbst, frühere Erwerbsunfähigkeit, höhere Belastung für pflegende Angehörige und letztlich eine hohe Belastung für die Gesundheitsversorgung sowie steigende Kosten für das Gesundheitssystem entstehen. Der korrekten, frühzeitigen Diagnosestellung kommt daher, wie auch der Fokussierung auf den Bereich der Prävention, eine hohe Bedeutung zu.

Diesen medizinischen, gesundheitsökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen kann nur multidisziplinär begegnet werden. Am Klinikum Chemnitz arbeiten daher Akteure aus den Bereichen der Geriatrie, Psychiatrie und Psychosomatik, Neuropsychologie und Neurologie eng zusammen. Neben der patienten- und symptomorientierten stationären Betreuung, unter anderem in der Gerontopsychiatrie, ist auch die ambulante Versorgung ein wichtiger Baustein. Zur frühzeitigen Diagnosestellung und zur Einschätzung von therapeutischen, aber auch sozialmedizinischen Optionen besteht die Möglichkeit der Vorstellung in der neu strukturierten Gedächtnisambulanz.

Außerdem existiert am Klinikum seit Jahren eine Arbeitsgemeinschaft Demenz, in welcher sich vor allem engagierte Pflegefachkräfte mit optimierten stationären und ambulanten Abläufen in der Versorgung beschäftigen und regelmäßige Informationsveranstaltungen für Betroffene und Angehörige organisieren. Kooperationen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, dem DemenzNetz_C, der Landesinitiative Demenz Sachsen e. V., aber auch mit den universitären Zentren in Dresden und Leipzig werden in den kommenden Jahren weiter verstärkt werden müssen. Um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam zu meistern, bedarf ist multiprofessioneller, regionaler und transregionaler Netzwerke.

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