Dresdner Straße 178
Für Erwachsene: 0371 - 333 12600 (Haus 2) Für Kinder: 0371 - 333 12200 (Haus 8)Für alle dringenden und lebensbedrohlichen medizinischen Notfälle (Flemmingstraße 2)
Telefon 0371 - 333 35500Für kardiologische Notfälle (zum Beispiel Herzinfarkt)
Telefon 0172 - 377 2436Flemmingstraße 2 (N022/Haus 1)
Telefon 0371 - 333 36328Bereitschaftspraxis der KVS
Allgemeinmedizinischer BehandlungsbereichFlemmingstraße 4, Haus B (Zugang über Seiteneingang Haus B)
weitere Informationen unter: bereitschaftspraxen.116117.de
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Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung von Augentumoren am Klinikum Chemnitz ist durch den Erweiterten Landesausschuss Sachsen genehmigt worden. Damit geht am 1. November das deutschlandweit dritte ASV-Team für die Behandlung von Menschen mit Augentumoren an den Start. Für das Klinikum ist es zudem die erste ASV, die gemeinsam mit einem weiteren Krankenhaus betrieben wird. Partner in der Augen-ASV ist das DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein aufgrund seiner Klinik für Dermatologie.
Die ASV ermöglicht eine koordinierte Behandlung durch interdisziplinäre Teams aus verschiedenen Fachärztegruppen. Ziel ist es, eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. In der ASV können Ärztinnen und Ärzte der Augenheilkunde und Strahlentherapie, der Dermatologie sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten Patienten mit Augentumoren ab dem vollendeten 18. Lebensjahr behandeln, bei denen entweder als Primärtherapie oder als adjuvante oder neoadjuvante Therapie eine Strahlentherapie und/oder systemische medikamentöse Tumortherapie indiziert ist. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär und kooperativ. So sind die Dermatologinnen und Dermatologen des DRK Krankenhauses Chemnitz-Rabenstein sowie zahlreiche niedergelassene Kolleginnen und Kollegen in die Behandlung eingebunden.
„Rund 80 Prozent unserer Sinneseindrücke erhalten wir über die Augen. Gut sehen zu können, ist für die meisten Menschen deshalb extrem wichtig. Durch Tumoren am Auge kann die Sehfähigkeit schnell stark beeinträchtigt werden. Die Diagnose und die Therapie von Augenkrebs gehören deshalb in die Hände von Spezialisten“, sagt PD Dr. med. habil. Olga Furashova, komm. Chefärztin der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz und Leiterin der ASV Auge. In einer ASV arbeiten Expertinnen und Experten fach- und sektorenübergreifend zusammen, um die für Betroffene bestmögliche Diagnose und Behandlung zu erreichen.
„Als Radioonkologie an einem Krankenhaus der Maximalversorgung haben wir sowohl die besten technischen Möglichkeiten zur strahlentherapeutischen Versorgung von Tumorpatienten als auch die höchste Expertise für die Behandlung an einem so sensiblen Organ wie dem Auge“, ergänzt Prof. Dr. med. habil. Gunther Klautke. Auch die Bestrahlung sei – wie die chirurgische oder medikamentöse Krebsbehandlung am Auge – darauf ausgerichtet, die Krebserkrankung maximal zu bekämpfen und zugleich gesundes Augengewebe maximal zu schonen, um so viel Sehfähigkeit wie möglich zu erhalten.
„Viele bösartige Tumoren des Auges – wie das Aderhautmelanom – sind pigmentierte Tumoren, die biologisch und genetisch sehr ähnliche Eigenschaften aufweisen wie der schwarze Hautkrebs. Wir als Dermatologen bringen hier eine enorme Expertise in der Erkennung, Diagnostik und Nachsorge von Melanomen mit“, sagt Dr. med. Fabian Ziller, Chefarzt der Klinik für Dermatologie am DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein. Aufgrund dieser großen Schnittmengen von Augen- und Hauttumoren ist bei einem ASV-Team für Augentumoren die Beteiligung von Dermatologinnen und Dermatologen vorgeschrieben. Hinzu komme, dass Patienten mit bestimmten Augentumoren oft auch ein erhöhtes Risiko für andere Tumoren haben – und oder umgekehrt. Dermatologen seien beispielsweise spezialisiert auf genetische Syndrome (wie das BAP1-Tumorprädispositionssyndrom), bei denen sowohl Hauttumoren als auch Augenmelanome gehäuft auftreten.
Hintergrund
Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung erlaubt es Krankenhäusern, gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten medizinische Versorgung auf höchstem Niveau ambulant zu erbringen. Die Grundlagen wurden mit dem Versorgungsstrukturgesetz geschaffen, das seit 1.1.2012 gilt. Die Grundidee der ASV ist, die ambulante Diagnostik und Behandlung seltener sowie komplexer Erkrankungen und bestimmte hochspezialisierte Leistungen in einen eigenen Versorgungsbereich zu überführen. In diesem können dann sowohl Krankenhäuser als auch niedergelassene Ärzte bei entsprechender Qualifikation tätig werden. Der Vorteil für Patienten, die sich in einer ASV behandeln lassen, ist die organisatorische und räumliche Nähe aller medizinischen Leistungen, die im Zusammenhang mit ihrer schweren und komplexen Erkrankung stehen.
Das Klinikum Chemnitz als Maximalversorger mit allen auf die Behandlung onkologischer Erkrankungen spezialisierten Fachdisziplinen und sehr guter Kooperation mit niedergelassenen Ärzten ist für diese Form der medizinischen Versorgung sowie die Koordination der Therapie bei komplexen Erkrankungen hervorragend aufgestellt. Und sollte sich während der Therapie der Zustand eines Patienten verschlechtern, ist eine stationäre Weiterbehandlung jederzeit möglich.
Neben dem neuen ASV-Team gibt es am Klinikum Chemnitz bereits sechs Teams für die spezielle Versorgung: die ASV GIT (seit 2017) für Patienten mit Tumoren des Verdauungstraktes und der Bauchhöhle, die ASV Gyn (seit 2019) für Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren und Brustkrebs, die ASV Lunge/Thorax (seit 2022) für Patienten mit Tumoren der Lunge und des Brustkorbs, die ASV Kopf/Hals (seit 2023) für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren, die nicht-onkologische ASV CED (seit 2024) für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und die nicht-onkologische ASV neuromuskuläre Erkrankungen (2025).