Geriatriezentrum bietet erstmals Training mit der City-Bahn an

| Datum: Mittwoch, den 22.07.2026 um 09:46 Uhr

Wenn im Alter der Bewegungsradius ohnehin schon kleiner wird und noch eine Beeinträchtigung zum Beispiel nach einem Sturz hinzukommt, dann ist es mit der Mobilität oft schnell vorbei. Dem möchte unser Geriatriezentrum entgegenwirken und bietet regelmäßig für die Rehabilitanden Mobilitätstraining mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Nachdem im vergangenen Sommer nach sechs Jahren Pause die Busschule wieder gestartet ist, fand kürzlich zum ersten Mal ein Training mit der City-Bahn statt.

Auf dem Betriebsgelände der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) haben Holger Auerbach, stellvertretender Betriebsleiter Straßenbahn-Bau- und -Betriebsordnung (BO Strab) bei der CVAG, Mitarbeitende der City-Bahn und zwei Therapeutinnen des Geriatriezentrums mit sechs Rehabilitanden das Ein- und Aussteigen mit Gehhilfen, Rollatoren und körperlichen Einschränkungen in Niederflurbahnen geübt. An einem speziellen Bahnsteig auf dem Betriebshof können dafür drei unterschiedliche Bahnsteighöhen genutzt werden. Auch das sichere Verhalten in der Bahn – möglichst zügig hinsetzen, erst aufstehen, wenn die Bahn hält – wurde bei einer Runde übers Betriebsgelände an der Carl-von-Ossietzky-Straße trainiert.

„Es ist unsere Aufgabe in der geriatrischen Rehabilitation, den älteren Menschen nach einer Erkrankung oder nach einem Sturz wieder zu mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag verhelfen“, sagt Katrin Rottluff, Koordinatorin des Geriatriezentrums, zu dem neben der geriatrischen Rehabilitationsklinik die Akutgeriatrie gehört. Dazu gehören vornehmlich Therapien und Anwendungen in der Klinik am Standort Dresdner Straße, aber auch Angebote außerhalb der Rehaklinik. „Nach unserer Erfahrung gefällt und tut es den Rehabilitanden sehr gut, wenn wir solche realitätsnahen Erfahrungen ermöglichen.“

Die Busschule wird von Mai bis September regelmäßig angeboten. Das Training mit der Citybahn soll nach der erfolgreichen Premiere einmal jährlich wiederholt werden. „Auch uns als Anbieter von öffentlichem Nahverkehr hilft es, wenn wir sehen, welche Schwierigkeiten ältere Menschen in unseren Fahrzeugen haben oder haben können“, sagt Kay Wiedemann von der City-Bahn. Mit diesen Kenntnissen könne man beispielsweise die Fahrerinnen und Fahrer sensibilisieren, auf Menschen mit Beeinträchtigungen zu achten und zum Beispiel eine Tür, die sich schneller zu schließen droht, als eine ältere Person mit Rollator aussteigen kann, manuell offen zu halten, erläutert der örtliche Betriebsleiter der City-Bahn.

„Wir bieten schon lange solche Mobilitätstrainings an, weil wir gute Erfahrung damit gemacht haben“, sagt Holger Auerbach von der CVAG. Busse und Bahnen befördern täglich viele Menschen, die sich darauf verlassen, dass sie sicher von A nach B kommen und der Fahrplan eingehalten wird. „Da ist es äußerst hilfreich, wenn wir so viele Menschen wie möglich – Schüler, ältere Menschen oder beeinträchtigte Personen – schulen können, wie man sich in einem Bus oder in einer Straßenbahn optimal verhält, um selbst gut voranzukommen und zugleich die getakteten Abläufe im Sinne der Gemeinschaft so wenig wie möglich zu stören“, ergänzt er.

Die nächste Busschule findet voraussichtlich Ende Juli bei der CVAG statt. Die Zentrumskoordinatorin Katrin Rottluff sagt: „Ganz sicher werden wir wieder viele Rehabilitanden finden, die dabei mitmachen wollen.“

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