Klinikum Chemnitz stellt mobiles ECMO-Team für Südwestsachsen

| Datum: Dienstag, den 27.10.2026 um 13:00 Uhr

Klinikum stärkt die Notfallversorgung der Region Südwestsachsen:

Mobile ECMO-Einheit kommt bei kritischen Patienten zum Einsatz 

In Fällen, in denen die Lunge eines Patienten so schwer beeinträchtigt ist, dass trotz künstlicher Beatmung die Kohlendioxidabgabe oder die Sauerstoffaufnahme über die Lunge nicht mehr ausreichend gegeben ist, ist die ECMO häufig die letzte mögliche Behandlungsoption. ECMO steht für ExtraCorporale MembranOxygenierung. Bei diesem Verfahren entzieht eine Maschine dem Blut außerhalb des Körpers Kohlendioxid und reichert es mit Sauerstoff an. Über ultraschallgesteuert gesetzte Katheter in den großen Gefäßen wird das Blut wieder zurückgeführt.

„Der Gasaustausch über die ECMO erlaubt eine extrem lungenschonende Beatmung mit niedrigem Druck. Das gibt dem Organ die notwendige Zeit zur Erholung“, sagt Jörg Martin, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin. Während das Verfahren ursprünglich vor allem bei Lungenversagen eingesetzt wurde, hat das Chemnitzer Expertenteam das Spektrum in den vergangenen Jahren erfolgreich auf Patienten mit schwersten Herz-Kreislauf-Störungen ausgeweitet. Diese Expertise wird nun mithilfe einer transportablen Einheit allen Patienten in der Region Südwestsachsen zugänglich gemacht.

Ist ein kleineres Krankenhaus in der Region nicht mit eigener ECMO-Technik ausgestattet, stellte der Transport instabiler Patienten bislang ein extremes Risiko dar. Hier setzt der neue mobile Dienst des Klinikums Chemnitz an: Ab sofort können sich Ärztinnen und Ärzte südwestsächsischer Kliniken über eine rund um die Uhr besetzte ECMO-Hotline direkt an die Chemnitzer Intensivmediziner wenden.

In einer kollegialen Beratung wird die ECMO-Indikation geprüft und der optimale Behandlungszeitpunkt abgestimmt. Ist die Lage kritisch, macht sich das mobile ECMO-Team umgehend auf den Weg, legt das System vor Ort an der Zielklinik an und begleitet den geschützten Transport auf die Intensivstation des Klinikums Chemnitz.

„Diese Maßnahme ermöglicht es, lebensbedrohliche Situationen schneller und effektiver zu behandeln, was die Überlebenschancen der Patienten deutlich verbessern kann“, erläutert Philipp Teumer, Oberarzt der Intensivstation K061 der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin und ärztlicher Leiter des ECMO-Teams.

Das interdisziplinäre Notfallteam steht an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Rufbereitschaft. Es setzt sich aus erfahrenen Anästhesisten, Intensivmedizinern sowie speziell geschulten Pflegekräften der Anästhesie- und Intensivpflege zusammen.

„Deutschlandweit gibt es nur sehr wenige Zentren, die eine solche mobile ECMO-Einheit im 24/7-Betrieb vorhalten“, so Teumer weiter. „Als Maximalversorger schlagen wir damit eine entscheidende Brücke zwischen der medizinischen Grundversorgung kleinerer Häuser und der hochspezialisierten Intensivmedizin. Wir stärken die Versorgungsqualität bei Herz- und Lungenversagen in Südwestsachsen nachhaltig.“

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