Dresdner Straße 178
Für Erwachsene: 0371 - 333 12600 (Haus 2) Für Kinder: 0371 - 333 12200 (Haus 8)Für alle dringenden und lebensbedrohlichen medizinischen Notfälle (Flemmingstraße 2)
Telefon 0371 - 333 35500Für kardiologische Notfälle (zum Beispiel Herzinfarkt)
Telefon 0172 - 377 2436Flemmingstraße 2 (N022/Haus 1)
Telefon 0371 - 333 36328Bereitschaftspraxis der KVS
Allgemeinmedizinischer BehandlungsbereichFlemmingstraße 4, Haus B (Zugang über Seiteneingang Haus B)
weitere Informationen unter: bereitschaftspraxen.116117.de
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Die Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum Chemnitz und dem DRK Blutspendedienst Nord-Ost erreicht den nächsten Meilenstein. Mit dem Start der nicht interventionellen INITIATE Studie an beiden Einrichtungen am Standort Chemnitz wird die Kooperation weiter vertieft. Damit sollen die Entwicklung neuer Zell- und Immuntherapien sowie translationaler Forschungsstrukturen vorangetrieben und eine patientenorientierte Spitzenmedizin lokal und überregional gestärkt werden.
Die vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen und seiner Tochterorganisation, dem DRK-Blutspendedienst Nord-Ost, durchgeführte multizentrische, prospektive Beobachtungsstudie ist die erste ihrer Art in Deutschland, die den routinemäßigen Einsatz pathogen-inaktivierter Thrombozytenkonzentrate (Blutplättchen-Präparate) im klinischen Alltag evaluiert. Thrombozytenkonzentrate sind ein wichtiger Bestandteil der Blutversorgung in Deutschland und werden für Patienten mit verminderter Thrombozytenzahl oder gestörter Thrombozytenfunktion benötigt – etwa bei Leukämie, schweren Blutungen, nach Stammzelltransplantation oder Chemotherapie oder bei großen Operationen. Die Pathogen-Inaktivierung ist ein spezielles Verfahren, um Krankheitserreger in Blutpräparaten unschädlich zu machen und das Risiko einer Übertragung von Bakterien, Viren oder anderer transfusionsassoziierten Infektionen weiter zu vermindern.
INITIATE soll Erkenntnisse zum Einsatz und Sicherheitsprofil pathogen-inaktivierter Thrombozytenkonzentrate in der Routineversorgung gewinnen, die Machbarkeit einer breiten Einführung bewerten und die weitere Verringerung des Infektionsübertragungsrisikos unterstützen. Die nicht-interventionelle Studie wird in ausgewählten Krankenhäusern der Maximalversorgung in mehreren von den DRK Blutspendediensten Baden-Württemberg – Hessen und Nord-Ost versorgten Regionen durchgeführt. Die Beobachtungsstudie läuft voraussichtlich bis Ende 2027. Bundesweit sollen insgesamt etwa 850 Patienten aufgenommen werden. Das entspricht etwa 5.000 zu untersuchenden Thrombozytenkonzentraten.
Neben dieser engen Kooperation in der klinischen Forschung besteht seit diesem Jahr auch eine erfolgreiche gemeinsame JACIE-Akkreditierung. Das europäische Expertengremium Joint Accreditation Committee ISCT and EBMT (JACIE) hat die Akkreditierungsurkunde bereits im März übergeben. Der Auszeichnung vorausgegangen war ein gemeinsamer Entwicklungsprozess, der über viele Jahre hinweg in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden von zahlreichen Mitarbeitern des Klinikums Chemnitz, des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost und weiterer Partner getragen wurde. Die Akkreditierung steht dabei nicht allein für die Erfüllung internationaler Qualitätsstandards. Sie dokumentiert insbesondere die erfolgreiche Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Einrichtungen entlang der gesamten Versorgungskette moderner Zell- und Immuntherapien – von der Gewinnung und Herstellung zellulärer Therapeutika über die klinische Anwendung bis hin zur Nachsorge von Patienten.
Im Klinikum Chemnitz ist diese Expertise seit Jahrzehnten fest verankert: Die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie ist eines der größten hämatologisch onkologischen Behandlungszentren in Deutschland und führt bereits seit 1997 erfolgreich autologe und allogene Stammzelltransplantationen durch. Damit versorgt sie Patienten in ganz Südwestsachsen auf universitärem Niveau. Vor drei Jahren wurde mit der Etablierung der hochmodernen CAR-T-Zell-Therapie das zelltherapeutische Behandlungsspektrum erweitert. Bei dieser Therapie werden körpereigene Immunzellen im Labor genetisch so umprogrammiert, dass sie Krebszellen gezielt bekämpfen. Zudem beteiligt sich die Klinik derzeit an etwa 50 klinischen Studien. Sie trägt damit maßgeblich zur wissenschaftlichen Aktivität des Klinikums bei, das sich aktuell an rund 150 klinischen Studien aus den verschiedensten Fachdisziplinen beteiligt.
„Die JACIE-Akkreditierung ist für uns der europäische Goldstandard im Bereich Stammzelltransplantation und Zelltherapie. Sie bescheinigt uns, dass die Patienten hier in Chemnitz Spitzenmedizin unter den strengsten Qualitätsauflagen erhalten“, sagt Prof. Dr. med. Mathias Hänel, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie. „Die Kooperation mit dem DRK-Blutspendedienst und der Start der INITIATE-Studie zeigen, wie wir diese erstklassige Infrastruktur nutzen, um die Behandlungssicherheit – etwa durch optimierte Blutprodukte während einer intensiven Krebstherapie – kontinuierlich weiter zu verbessern.“
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Transfusionsmedizin Chemnitz. Die langjährige Verzahnung von Transfusionsmedizin, Zellprozessierung und klinischer Versorgung bildet eine wichtige Säule für die Sicherheit und Qualität komplexer zelltherapeutischer Verfahren.
Gleichzeitig unterstreichen die erfolgreiche Akkreditierung und die aktuelle Beobachtungsstudie die strategische Bedeutung des Standorts Chemnitz für langfristige Forschungs- und Innovationspartnerschaften. Die qualitätsgeprüften Strukturen stärken zudem die Rolle des Klinikums im Zukunftscluster SaxoCell. In diesem Verbund arbeiten Einrichtungen der Universitätsmedizin, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen – darunter das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) – sowie klinische Partner gemeinsam daran, innovative Zell- und Gentherapien schneller in die Patientenversorgung zu überführen. Die dabei etablierten Netzwerke tragen maßgeblich dazu bei, Kompetenzen zu bündeln, Qualitätsstandards kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Wissenstransfer zwischen Forschung und Versorgung zu stärken. Dieses kooperative Modell verdeutlicht den Mehrwert, den die enge Allianz von translationaler Wissenschaft und klinischer Praxis erzeugt. Es steht exemplarisch für die Leistungsfähigkeit eines wachsenden mitteldeutschen Netzwerks, das die Entwicklung innovativer Zell- und Immuntherapien und deren sichere Anwendung im Klinikalltag nachhaltig vorantreibt.