Sushi in der Uni-Mensa: MEDIC-Student Arthur Müller-Zantop über sein Quartal in Japan

| Datum: Montag, den 21.09.2026 um 15:13 Uhr

Arthur Müller-Zantop ist der erste MEDiC-Studierende, der einen Teil seines Praktischen Jahres (PJ) im Ausland verbracht hat. Der 27-Jährige war vom 18. Mai bis 9. August dieses Jahres in der Inneren Medizin der Shinshu University in Matsumoto in der japanischen Präfektur Nagano tätig. „Möglich wurde dies durch die Kooperation der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden, die seit rund zehn Jahren besteht, sowie durch ein Vollstipendium, das den Studierenden ein echtes Rundum-sorglos-Paket ermöglicht.

„Dass ein solcher Aufenthalt durch die Fakultät und die Förderung komplett finanziert wird, ist keineswegs selbstverständlich, wie ich von anderen deutschen Studierenden vor Ort erfahren habe – dafür bin ich unglaublich dankbar“, betont Arthur Müller-Zantop. Kooperation und Zeitpunkt seien perfekt für ihn gewesen, um ins Ausland zu gehen. Zum einen habe er immer schon nach Japan reisen und das Land kennenlernen wollen. Zum anderen sei seit Studienbeginn für ihn klar gewesen, einen Teil des PJs außerhalb von Deutschland zu absolvieren. So habe er zugleich eine andere Kultur kennenlernen und im Studium weiterkommen können. Und: „Es ist ein guter Weg, aus seiner Komfortzone herauszukommen, wenn man in ein Land geht, dessen Sprache man nicht beherrscht“, fügt der angehende Mediziner hinzu.

Erschließen, erfragen, ausprobieren

Um sich auf den zwölfwöchigen Aufenthalt in Japan vorzubereiten, hat Müller-Zantop vorab die Einkaufs- und Sportmöglichkeiten in Matsumoto eruiert, Ziele für Wochenendtrips recherchiert, sich mit Sitten und Bräuchen auseinandergesetzt und versucht, etwas Japanisch zu lernen. „Aber, das fiel mir sehr schwer“, gibt der junge Mann aus Berlin zu. Deshalb habe er sich nur ein paar wichtige Wörter und Sätze beigebracht, zum Beispiel für eine respektvolle Begrüßung oder um sich selbst vorzustellen. „Zum Glück war es mit Englisch und einer Übersetzungsapp sehr gut möglich, überall einigermaßen verstanden zu werden.“

Dennoch waren Alltäglichkeiten wie zum Beispiel Einkaufen für ihn immer ein kleines Abenteuer: „Weil ich vieles nicht lesen konnte, musste ich es mir erschließen, es erfragen oder ausprobieren“, berichtet er. Mit der Zeit habe er sich jedoch eingelebt und diese Ahnungslosigkeit sogar genossen. „Außerdem waren die japanischen Kommilitonen eine riesige Hilfe. Egal, was und wie oft ich gefragt habe, sie haben mich immer unterstützt.“

Persönlicher und respektvoller Umgang mit Patienten

Bei den Arbeitsabläufen in der Inneren Medizin waren die Unterschiede hingegen gar nicht so groß: Visiten, Untersuchungen, Arztbriefschreibung, Hierarchien – das alles kenne er so auch aus Deutschland. „Ich hatte allerdings den Eindruck, soweit ich das aufgrund der Sprachbarriere nachvollziehen konnte, dass der Umgang mit den Patientinnen und Patienten häufig sehr viel persönlicher und respektvoller war, als ich das aus dem deutschen Gesundheitssystem kenne, resümiert Arthur Müller-Zantop. Ein persönliches Highlight für ihn sei ein gemeinsames Abendessen mit Ärzten gewesen, die ihm die japanische Kultur zeigen und ihn gern näher kennenlernen wollten. Abseits der Medizin habe er das „fantastische Essen“ für relativ kleines Geld geschätzt. Sushi in der Uni-Mensa habe ihn besonders begeistert. Und den Mount Fuji bestiegen und vom Gipfel des Vulkans den Sonnenaufgang gesehen zu haben, sei eine Erfahrung, die ihn nachhaltig beeindruckt habe.

Im November werden zwei weitere MEDiC-Studierende für ein PJ-Quartal nach Japan reisen. Arthur Müller-Zantop empfiehlt, sich die Höflichkeitsregeln anzuschauen, um gegenüber anderen respektvoll auftreten zu können, und ein paar Sätze zu lernen, um sich wenigstens begrüßen und vorstellen zu können. Und: „Wenn man zur Freizeitgestaltung die Angebote der Shinshu-Universität nutzt, lernt man sehr leicht sehr viele japanische Studierende und Seiten von Japan kennen, die einem sonst verborgen bleiben würden.“

Hintergrund

Die Kooperation der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und der Shinshu University besteht seit 2016 und würde gerade für weitere fünf Jahre verlängert. Kern der Kooperation ist der Studierendenaustausch: MFD-Studierenden können Teile ihres PJs in Japan absolvieren, während japanische Medizinstudierende für klinische und wissenschaftliche Aufenthalte nach Dresden kommen. Seit Beginn der Partnerschaft waren 38 Studierende in Matsumoto und im Gegenzug 35 in Dresden. Finanziert werden die Aufenthalte über Stipendien aus Förderprogrammen wie DAAD-ISAP und Erasmus+. Insgesamt konnten so bislang 190.000 Euro Fördermittel eingeworben werden.

Wer als Medizinstudierender der TU Dresden (inklusive MEDiC) Interesse an einem solchen Auslandsaufenthalt während des PJ hat, kann sich bei Maria Schramm, International Office der Medizinischen Fakultät, unter Telefon 0351 463 42000 oder per Mail an Med-lehre-aaa@mailbox.tu-dresden.de melden.

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