Vereinbarung mit AOK PLUS: Erste Patienten erhalten neue Medikationsberatung

| Datum: Mittwoch, den 07.10.2026 um 10:00 Uhr

Erste Patienten erhalten neue Medikationsberatung
Klinikum Chemnitz und AOK PLUS setzen Vereinbarung zu pharmazeutischen Dienstleistungen in die Praxis um

Am Klinikum Chemnitz hat die Krankenhausapotheke mit den ersten persönlichen pharmazeutischen Beratungen für Krebspatienten begonnen. Grundlage hierfür ist eine neue Zusatzvereinbarung mit der AOK PLUS. Versicherte dieser Krankenkasse, die eine Krebstherapie in Tablettenform erhalten oder nach einer Organtransplantation Immunsuppressiva einnehmen müssen, profitieren nun von einer umfassenden pharmazeutischen Beratung durch spezialisierte Fachapotheker. Diese neue Leistung wurde von den Landesverbänden Sachsen und Thüringen des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker e. V. (ADKA) initiiert, um eine Lücke in der ambulanten Versorgung zu schließen.

Das Angebot der Krankenhausapotheke bedeutet für die Betroffenen vor allem mehr Sicherheit im Umgang mit ihren Arzneimitteln. Durch das direkte Gespräch können Risiken durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln gezielt vermieden und eventuelle Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden. So lässt sich die Behandlung optimal auf die Bedürfnisse der Patienten abstimmen, damit die Medikamente die für einen Behandlungserfolg nötige Wirkung entfalten. Das erhöht die Arzneimitteltherapiesicherheit, kurz AMTS. Zudem steht den Patienten damit ein fester Ansprechpartner für alle Fragen rund um ihre hochkomplexe Medikation zur Seite. Als verlässliche Orientierung für die tägliche Einnahme erhalten sie außerdem einen AMTS-geprüften Medikationsplan.

„Die orale Antitumortherapie gewinnt immer mehr an Bedeutung. Damit die Arzneimitteltherapie bei unseren Patienten so effektiv wie möglich wirkt, beraten wir sie jetzt noch gezielter und individueller. Unser Ziel ist es, Betroffenen Sicherheit bei der Einnahme zu geben und bestehende Unsicherheiten direkt im persönlichen Austausch zu klären, damit die Medikamente dauerhaft korrekt eingenommen werden. Bei der medizinischen Versorgung der Krebspatienten arbeitet unsere Krankenhausapotheke eng mit dem Onkologischen Centrum Chemnitz (OCC) zusammen“, sagt Dr. rer. nat. Maike Fedders, Leiterin der Zentralapotheke des Klinikums Chemnitz. Sie ist selbst Mitglied der ADKA und hat das neue Angebot mitverhandelt. „Diese wichtige Dienstleistung etablieren wir zunächst durch eine effiziente interne Organisation ohne zusätzliches Personal, um die Versorgung unserer Patienten sofort zu verbessern. Für das erste Jahr haben wir uns vorgenommen, rund 50 Patienten intensiv zu begleiten.“

Das Angebot richtet sich an Versicherte der AOK PLUS, die ambulant im Klinikum Chemnitz behandelt werden. Neben Patienten nach einer Organtransplantation umfasst dies insbesondere Tumorpatienten in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) mit Tumoren des Magen-Darm-Trakts (gastrointestinal), der Brust und der weiblichen Geschlechtsorgane (gynäkologisch), des Kopf-Hals-Bereichs, des Brustraums (thorakal) sowie mit Blut- und Lymphdrüsenkrebs (hämato-onkologische Erkrankungen). Derzeit liegt der Schwerpunkt der Beratungen in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie im Bereich der gastrointestinalen Tumoren. Krebspatienten können diese pharmazeutische Dienstleistung einmalig im ersten halben Jahr nach Beginn einer oralen Krebstherapie oder einer Folgetherapie mit einem neuen, ärztlich verordneten Antitumortherapeutikum in Anspruch nehmen. Gleiches gilt für Patienten nach einer Organtransplantation bei Umstellung einer immunsuppressiven Therapie oder Verordnung eines neuen Medikaments. Das Betreuungskonzept kombiniert eine detaillierte Analyse aller eingenommenen Präparate mit einem Folgetermin nach zwei bis sechs Monaten, um die Verträglichkeit im Alltag zu überprüfen. Die Anmeldung erfolgt in der Regel direkt über die behandelnden Ärzte oder im Rahmen der Nachsorge.

Voraussetzung für die Beratung ist eine schriftliche Vereinbarung mit dem Klinikum Chemnitz. Die Ergebnisse der Beratung werden direkt in der elektronischen Patientenakte (ePA) dokumentiert, sofern die versicherte Person über eine solche verfügt. Um eine gleichbleibend hohe Beratungsqualität zu gewährleisten, wird auf speziell geschulte Fachapotheker gesetzt, die ihre Expertise regelmäßig in Qualitätsprüfungen nachweisen. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt direkt mit der AOK PLUS.

Hinweis für Medienvertreter und Redaktionen: Das dieser Pressemitteilung beigefügte Bild zeigt Apothekerin Andrea Fischer (rechts im Bild) im Gespräch mit einer Patientin. Es kann im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung und dem Bildnachweis Foto: Klinikum Chemnitz kostenfrei verwendet werden.

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