Porphyriezentrum als einziges deutsches Zentrum von Fachgesellschaft zertifiziert

| Datum: Mittwoch, den 18.05.2022 um 11:07 Uhr

Chemnitz – Dem Sächsischen Porphyriezentrum des Zentrums für Innere Medizin II am Klinikum Chemnitz ist als einzigem Zentrum in Deutschland die Zertifizierung zum „Porphyria Expert Clinical Center“ gelungen. Das Siegel wird durch die europäische Fachgesellschaft European Porphyria Network (Epnet) vergeben. Mit dem Zertifikat wird bescheinigt, dass am Klinikum Chemnitz die klinische und wissenschaftliche Expertise sowie beste Bedingungen zur Behandlung von Porphyrie-Patientinnen und Patienten vorhanden sind.

„Wir freuen uns sehr über das Zertifikat. Es bestätigt und motiviert uns für unsere Arbeit für Patientinnen und Patienten, die an Porphyrie erkrankt sind“, sagt Prof. Dr. med. habil. Ulrich Stölzel, Leiter des Sächsischen Porphyriezentrums und ehemaliger Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin II am Klinikum Chemnitz. „Ich freue mich sehr über den herausragenden Erfolg des Teams von Prof. Stölzel. Hierdurch wird einmal mehr ein Meilenstein zur weiteren Akademisierung des Klinikums Chemnitz gesetzt. Durch diese internationale Anerkennung der wissenschaftlichen und klinischen Expertise auf dem Gebiet der seltenen Stoffwechselerkrankungen wird deutlich, dass das Klinikum nicht nur in der Breitenversorgung, sondern auch in der spezialisierten Versorgung auf universitärem Niveau sehr gut aufgestellt ist und Strahlkraft über die Region hat. Ich freue mich bereits über die zukünftige Entwicklung unseres Zentrums und die weitere Zusammenarbeit mit meinem Vorgänger, Prof. Stölzel“, sagt PD Dr. med. Th. Till Wissniowski, Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin II.

„Prof. Stölzel und sein Team zeigen mit diesem Gütesiegel der Fachgesellschaft Epnet einmal mehr, welches Fachwissen mit überregionaler und internationaler Bedeutung am Klinikum Chemnitz zu finden ist“, sagt Prof. Dr. med. habil. Ralf Steinmeier, kommissarischer Ärztlicher Direktor des Klinikums. Davon profitieren Patientinnen und Patienten, aber auch Mediziner bei ihrer Aus- und Weiterbildung.

Prof. Stölzel beschäftigt sich seit Beginn seiner medizinischen Laufbahn mit den seltenen Stoffwechselerkrankungen der Porphyrien. Er gilt international als Experte des Fachgebiets. An einer mehrjährigen weltweiten Studie, als deren Ergebnis Mitte 2020 ein neues Medikament zur Behandlung eines Porphyrie-Typs zugelassen wurde, war das Klinikum Chemnitz als einziges Krankenhaus in Deutschland beteiligt. Anfang 2022 konnte Prof. Stölzel zudem für das Sächsische Porphyriezentrum Fördermittel in Höhe von 500.000 Euro von dem amerikanischen Forschungsunternehmen Alnylam einwerben. Alnylam war Vorreiter bei der Umsetzung der Nobelpreis-gekrönten Entdeckung der RNA-Interferenz (RNAi) in eine innovative, völlig neue Klasse von Medikamenten. Diese Medikamente verändern gezielt die Regulation von Stoffwechselvorgängen in der Zelle. Eine solche therapeutische Präzision gab es bislang nicht. Die Fördermittel sind für den Ausbau der Infrastruktur des Porphyriezentrums und der Versorgungsqualität von Betroffenen, die digitale Kommunikation und für Forschungsprojekte vorgesehen. Für 2025 ist ein Internationales Porphyrie-Symposium in Chemnitz geplant. Diesem Vorhaben kommt der Status der Stadt Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt explizit entgegen.

Porphyrien gehören zu den sogenannten seltenen, meist angeborenen Stoffwechselerkrankungen. Unterschieden werden acht Typen. Je nach Typ liegt die Häufigkeit des Auftretens bei weniger als 20 Fällen pro eine Millionen Einwohner. Mitunter, bei sehr seltenen Porphyrien, gibt es nur weniger als eine Handvoll beschriebener Fälle weltweit. Porphyrien führen zu sehr unterschiedlichen Symptomen wie Bauchschmerzen, Depressionen, Angst, schwere Lichtempfindlichkeit und Lähmungen. Es gibt lebensbedrohliche Verläufe. Porphyrien sind bislang nicht heilbar. In den letzten Jahren konnten Diagnostik und Behandlung sehr stark verbessert werden.

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