Gynäkologisches Krebszentrum und Dysplasie-Sprechstunde am Klinikum Chemnitz erstmalig zertifiziert
| Datum: Freitag, den 06.03.2026 um 12:00 Uhr
Das Gynäkologische Krebszentrum am Klinikum Chemnitz wurde jetzt als erstes Zentrum in Südwestsachsen von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erstzertifiziert. In einer umfassenden Qualitätsprüfung bescheinigte das unabhängige Zertifizierungsinstitut OnkoZert dem neuen Zentrum unter der Leitung von PD Dr. med. habil. Paul Gaß, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die höchste Behandlungsqualität bei bösartigen onkologischen Erkrankungen der weiblichen Genitalorgane. Ebenfalls erstzertifiziert wurde die Gynäkologische Dysplasie-Sprechstunde von der DKG und der Arbeitsgemeinschaft für Zervixpathologie und Kolposkopie (AG-CPC).
PD Dr. Paul Gaß freut sich über diesen Erfolg: „Die Zertifizierung durch die DKG ist ein bedeutender Meilenstein für unser gesamtes Klinikteam, die Stadt Chemnitz und die Region Südwestsachsen. Sie bestätigt, dass unsere onkologischen Patientinnen eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau erhalten. Besonders stolz bin ich, dass wir nun mehr mit dem Gynäkologischen Krebszentrum und der Dysplasie-Sprechstunde neben dem etablierten Brustzentrum drei DKG-zertifizierte Strukturen vorweisen können. Das ist in der Region Südwestsachsen absolut einzigartig.* Sich immer wieder Qualitätsprüfungen zu stellen, gehört für mich persönlich zu einer wiederkehrenden Chance, Strukturen und Abläufe für unsere Patientinnen zu verbessern.“
Das Gynäkologische Krebszentrum versteht sich als interdisziplinäres Netzwerk des Onkologischen Centrums Chemnitz (OCC), in dem unterschiedlichen Spezialisten verschiedener Fachdisziplinen des Klinikums Chemnitz eng mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen der Region kooperieren. Behandelt werden bösartige Erkrankungen der Gebärmutter, der Eierstöcke, der Eileiter und des Bauchfells, der Scheide oder der Schamlippen.
Um das DKG-Zertifikat zu erhalten, muss das Zentrum nachweislich strenge Qualitätsstandards erfüllen. Dazu gehören neben hohen Mindestfallzahlen für operative Eingriffe vor allem die fachübergreifende Zusammenarbeit aller beteiligten Disziplinen sowie die lückenlose Dokumentation der Behandlungsergebnisse. Jedes individuelle Behandlungskonzept basiert dabei auf nationalen gültigen Leitlinien. In wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenzen werden diese fachübergreifend und präzise auf die Bedürfnisse der jeweiligen Patientin abgestimmt.
Das operative Spektrum umfasst alle modernen Verfahren wie organ- und fertilitätserhaltende Techniken, komplexe plastisch-rekonstruktive Eingriffe und moderne Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie). Ergänzt wird die chirurgische Expertise durch Systemtherapien wie Chemo- oder Antikörpertherapien im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV), was eine lückenlose und wohnortnahe Betreuung von der Diagnose über die Therapie bis teilweise zur Nachsorge ermöglicht. Flankiert wird dieses Leistungsangebot durch spezialisierte Sprechstunden. Ein zentraler Pfeiler innerhalb der onkologischen Behandlungspfade ist die erstzertifizierte Dysplasie-Sprechstunde. Hier werden Patientinnen mit unklaren Befunden der Krebsvorsorge – etwa auffälligen Pap-Abstrichen oder chronischen HPV-Infektionen – mittels hochmoderner Lupenoptik (Kolposkopie) untersucht. Ziel ist es, Zellveränderungen am Muttermund, der Scheide oder den Schamlippen frühzeitig zu identifizieren und präzise abzuklären. Durch diese spezialisierte Diagnostik können Krebsvorstufen sicher erkannt und oft mit minimalinvasiven Mitteln behandelt werden, noch bevor eine bösartige Erkrankung entsteht. Seit Februar 2026 kommt bei der Abklärungskolposkopie ein neues, modernes Kolposkop zum Einsatz, um die Qualität der Befundung weiter zu steigern.
Neben diesen neuen Auszeichnungen wurde bei der Auditierung auch das Brustzentrum Chemnitz überprüft und aufgrund seiner hohen Behandlungsqualität erfolgreich rezertifiziert. Als eines der ersten Brustkrebszentren in Sachsen hält es in Zusammenarbeit mit der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH bereits seit 2004 das DKG-Zertifikat. Nun steht das Brustzentrum unter der Leitung von PD Dr. Paul Gaß. Er folgte auf Dr. Petra Krabisch, die das Haus als langjährige Zentrumsleiterin und Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Ende 2025 in den Ruhestand verließ.
Patientinnen haben Zugang zu den folgenden spezialisierten Sprechstunden und Ambulanzen des Gynäkologischen Krebszentrums und des Brustzentrums:
- Chef-, Privat-, Zweitmeinungssprechstunde und Sprechstunde für Ästhetische Gynäkologische Chirurgie
- Spezialsprechstunde für Brusterkrankungen
- Spezialsprechstunde für Genitalkrebserkrankungen
- Spezialsprechstunde für genitale Dysplasien und gutartige genitale Erkrankungen (Dysplasie-Sprechstunde)
- Onkologische Ambulanz für Systemtherapien und Bisphosphonatsprechstunde
- Sprechstunde für familiären Brust- und Eierstockkrebs
Die aktuellen Sprechstundenflyer und Informationen zur Terminvereinbarung finden Sie auf der Website der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe: https://www.klinikumchemnitz.de/kliniken-bereiche/kliniken/frauenheilkunde-und-geburtshilfe/sprechstunden
* Quelle: oncomap.de, Stand Februar 2026