Hornhauttransplantation: Augenklinik baut Versorgung weiter aus


| Datum: Mittwoch, den 01.04.2026 um 08:58 Uhr

Schäden an der Hornhaut – der klaren Schicht vor Iris und Pupille – können durch Infektionen, Unfälle, entzündliche Erkrankungen und Degenerationen entstehen. Die Hornhaut kann dabei vernarben, sich verformen, Löcher entwickeln oder eintrüben – auch starke Schmerzen können die Folge sein. In solchen Fällen kann eine Hornhauttransplantation helfen: Dabei wird erkranktes Gewebe durch eine gesunde Spenderhornhaut ersetzt. Die sogenannte Keratoplastik gehört zu den häufigsten und erfolgreichsten Transplantationen in der Medizin.

Am Klinikum Chemnitz ist die Zahl dieser Eingriffe im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Insgesamt wurden in der Klinik für Augenheilkunde 102 Hornhauttransplantationen durchgeführt, im Vergleich zu 58 Operationen im Jahr 2024 – ein Anstieg um 75 Prozent. Ein Grund für diese Entwicklung ist die wachsende Zahl älterer Patientinnen und Patienten mit schweren Hornhauterkrankungen. Gleichzeitig hat die Klinik ihre Abläufe und operativen Verfahren gezielt weiterentwickelt.

„Klare Strategie und intensive Teamarbeit“

„Der deutliche Zuwachs ist das Ergebnis einer klaren Strategie und intensiver Teamarbeit“, sagt Dr. med. Stefan Mielke, geschäftsführender Oberarzt der Augenklinik. „Wir haben unsere Prozesse und Operationstechniken konsequent optimiert und orientieren uns dabei an aktuellen nationalen und internationalen Entwicklungen. Durch die enge Zusammenarbeit im Team konnten wir unsere Leistungen deutlich steigern.“ Trotz der gestiegenen Operationszahlen blieb der Behandlungserfolg stabil: Der durchschnittliche Sehgewinn der Patientinnen und Patienten war sechs Wochen nach der Operation ebenso hoch wie im Vorjahr.

Für Hornhauttransplantationen wird Spendergewebe von Verstorbenen benötigt. Das Klinikum Chemnitz arbeitet hierfür mit dem Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) zusammen. Die Augenhornhaut ist bundesweit das am häufigsten gespendete Gewebe. Von bundesweit 4.188 Gewebeentnahmen im vergangenen Jahr entfielen 4.070 auf Personen, die je nach Eignung ein bis zwei Hornhäute gespendet haben. Insgesamt konnten so schließlich 6.370 aufbereitete Hornhautransplantate aus den Gewebebanken an Augenkliniken vermittelt werden – ein Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Klinikum Chemnitz ist nicht nur Abnehmer von Hornhäuten, hier werden auch Augenhornhäute entnommen. Der Maximalversorger zählt sogar zu den spendenstärksten Krankenhäusern im Netzwerk der DGFG. Im Jahr 2025 konnten bei 120 Gewebespenden insgesamt 240 Hornhäute entnommen werden.

Spezialtherapien für schwere Augenerkrankungen

Augenerkrankungen können statt mit einer Spenderhornhaut auch mit einer Hornhautprothese versorgt werden. Diese werden vor allem dann eingesetzt, wenn eine klassische Transplantation nur geringe Erfolgsaussichten hat. Neben etablierten Vollprothesen wurde am Klinikum Chemnitz im vergangenen Jahr erstmals in Sachsen eine Teilprothese für die innere Hornhautschicht (EndoArt®) eingesetzt. Diese Methode erweitert das Therapiespektrum bei komplexen Hornhauterkrankungen und bringt die Versorgung am Klinikum auf internationales Niveau.

Neben Hornhauttransplantationen führt das Team um Prof. Dr. med. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde, weitere spezialisierte Eingriffe durch. So wird beispielsweise bei schlecht heilenden Wunden der Augenoberfläche – etwa nach Verbrennungen oder Verätzungen – häufig eine Amnionmembran eingesetzt. Diese Eihaut aus der Plazenta wirkt wie ein biologischer Verband und setzt Wachstumsfaktoren frei, die die Heilung der Hornhaut unterstützen. Sie wird von gesunden Frauen gespendet, die ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht haben. Die Zahl dieser Eingriffe stieg im Jahr 2025 auf 186 Operationen (2024: 168) – ein Anstieg um zehn Prozent.

Seltener werden Stammzellen der Hornhautoberfläche (Limbuszellen) oder Mundschleimhaut transplantiert. Diese Verfahren kommen bei schweren Schäden der Augenoberfläche zum Einsatz, wenn die wichtigen regenerativen Zellen der Hornhaut zerstört sind. Limbuszellen können aus dem gesunden Partnerauge übertragen und auf dem erkrankten Auge vermehrt werden. Mundschleimhaut wird gelegentlich genutzt, um größere Defekte der Augenoberfläche abzudecken oder nach Tumoroperationen die Bindehaut wiederherzustellen. „Diese Eingriffe dienen vor allem dem Erhalt des Auges bei schweren Erkrankungen“, erklärt Prof. Kakkassery. „Sie stehen weniger für eine Verbesserung der Sehleistung, sondern für den Schutz und die Stabilisierung des Auges in komplexen Situationen.“

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