Bundesförderung für Ärzte-Rotationstool in der Gesundheitsregion Südwestsachsen

| Datum: Montag, den 16.02.2026 um 14:04 Uhr

Drei Krankenhäuser der Gesundheitsregion Südwestsachsen (GRSWS) sowie die Technische Universität Chemnitz erhalten rund 1,2 Millionen Euro Förderung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt zur Evaluation und Weiterentwicklung eines digitalen Rotationstools. In dem Verbundprojekt mit dem vollständigen Namen „Digital gestützte Rotation für die Weiterbildung im Gesundheitswesen (Healthy Rotation)“ und einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro wird die bestehende Plattform des Unternehmens rotable technologies GmbH (assoziierter Partner im Projekt) erstmals in einer Region eingesetzt, erprobt und weiterentwickelt. Die drei beteiligten Krankenhäuser sind das Klinikum Chemnitz, das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau und das Klinikum Mittweida.

Mit der Krankenhausreform und der Einführung von Leistungsgruppen verändert sich die Krankenhauslandschaft zukünftig grundlegend: Da Leistungen an Standorten wegfallen oder neu zugeordnet werden, müssen manche Weiterbildungsabschnitte künftig krankenhausübergreifend stattfinden. Dies steigert den Koordinationsaufwand erheblich. In der Region befinden sich rund 1.500 Medizinerinnen und Mediziner gleichzeitig in der Weiterbildung zum Facharzt. „Spätestens jetzt kommen die Insellösungen in den Häusern, bei denen häufig mit Exceltabellen, Telefonaten und Mails zur Absprache und Planung der Rotationen gearbeitet wird, an ihre Grenzen“, sagt Henriette Auerswald, Regionalmanagerin von GRSWS. Ein digitales Tool mit vollautomatisierten Planungsvorschlägen, das die Anforderungen der Krankenhäuser der Region berücksichtigt, soll Abhilfe schaffen. Bis Ende 2028 soll die HeaRo (für Healthy Rotation) genannte Plattform getestet und weiterentwickelt sowie auf weitere Bereiche übertragen werden.

„Die Krankenhausreform fordert uns heraus, Weiterbildung neu zu denken“, sagt Prof. Dr. Martin Wolz, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz. „Wir nehmen diese Rolle in der Gesundheitsregion Südwestsachsen aktiv an und bündeln die regionalen Kräfte, um eine lückenlose und hochqualitative Facharztausbildung auch über Krankenhausgrenzen hinweg zu garantieren. Die zunehmende Ambulantisierung wird ebenfalls einen großen Einfluss auf die ärztliche Weiterbildung haben, so dass die aktuellen Entwicklungen in der Zukunft auch für den ambulanten Sektor genutzt werden können.“ Prof. Dr. Andreas Reske, Ärztlicher Direktor des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau ergänzt: „Die digitale Plattform ermöglicht zukünftig die systematische Erfassung, Förderung und Evaluation von Kompetenzen gemäß den Vorgaben der Weiterbildungsordnung.“ „Für uns als Regelversorger ist ein attraktives, regionales Weiterbildungsangebot der Schlüssel, um dringend benötigte Nachwuchskräfte zu binden“, fügt Florian Claus, Geschäftsführer des Klinikums Mittweida hinzu.

„Wir freuen uns, das Projekt mit unserer Rotationsplanungssoftware, unseren bisherigen Erfahrungen und als assoziierter Partner zu unterstützen“, sagt Yannick Dues, Geschäftsführer von rotable technologies GmbH. „Das Vorhaben erlaubt es uns, gezielt Anwender-Verhalten im Klinik-Alltag zu erleben und Feedback zu erhalten, was uns als Grundlage zur Weiterentwicklung und Optimierung der Rotationsplattform dient.“ „Die TU Chemnitz übernimmt bei diesem Projekt die arbeitswissenschaftliche Begleitung der Konzeption von Prozessveränderungen, Kompetenzentwicklung und Nutzerschnittstellen“, sagt Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann, Leiterin der Professur für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement. „Wir erwarten neue Erkenntnisse zu den Wechselwirkungen von Menschen, Technik und Organisation in der Weiterbildung im Gesundheitswesen. Dafür sollen sozial- und arbeitswissenschaftlich fundierte Evaluationsmethoden angepasst und weiterentwickelt werden.“

„Wir erhoffen uns für die Krankenhäuser sowie für die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung eine erhebliche Erleichterung bei der Planung der Weiterbildungsrotation und damit eine Zeit- und Aufwandsersparnis im Alltag“, sagt Konstanze Illig, Projektmanagerin bei GRSWS. Geplant ist, nach der Pilotphase die Plattform auf weitere Krankenhäuser der Gesundheitsregion Südwestsachsen auszurollen sowie perspektivisch die Bereiche Pflegeausbildung und Koordination des Praktischen Jahres einzubeziehen. „Im besten Fall haben wir in wenigen Jahren ein optimales Arbeitsinstrument für krankenhausübergreifende Weiterbildungsprozesse, das die enge Kooperation der Häuser unterstützt und weiter voranbringt.“

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