Darmkrebs: Warum molekulare Untersuchungen heute so wichtig sind

| Datum: Donnerstag, den 26.03.2026 um 13:07 Uhr

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Forschung und Therapieentwicklung schreiten auch hier voran. Heute hilft uns die Genetik, die Behandlung noch individueller abzustimmen und gezielte Vorsorgemaßnahmen zu empfehlen.

1. Was tun Pathologie und Tumorgenetik?

Nach einer Darmkrebsdiagnose wird das Tumorgewebe nicht nur klassisch unter dem Mikroskop beurteilt, sondern zusätzlich molekulargenetisch untersucht.​
Dabei werden zum Beispiel Gene und Signalwege geprüft, welche für das Tumorwachstum wichtig sind. Das kann helfen zu entscheiden,

  • welche Medikamente (zum Beispiel Antikörpertherapien) voraussichtlich wirken,
  • ob eine Chemotherapie sinnvoll ist oder eher ein anderer Ansatz gewählt wird,
  • ob Hinweise auf ein erbliches Tumorsyndrom bestehen (zum Beispiel Lynch-Syndrom).

So wird die Therapie zunehmend personalisiert, abgestimmt auf die Biologie des individuellen Tumors.

2. Erblicher Darmkrebs - wann sollten Sie hellhörig werden?

Etwa 3-5 % aller Darmkrebsfälle sind erblich bedingt, zum Beispiel durch das Lynch-Syndrom oder die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP).
Typische Hinweise auf eine mögliche genetisch bedingte Ursache sind:

  • Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr,
  • mehrere Verwandte ersten Grades mit Darmkrebs,
  • Kombination von Darmkrebs mit anderen Tumoren in der Familie (zum Beispiel Gebärmutter, Magen, Dünndarm, Harnwege).

In solchen Situationen kann eine humangenetische Beratung klären, ob ein vererbtes Tumorsyndrom vorliegt und ob eine genetische Diagnostik sinnvoll sind. Das ist wichtig für Betroffene, aber auch für Kinder, Geschwister und andere Angehörige.

3. Die üblichen Risikofaktoren nicht vergessen!

Neben der Genetik spielen bei der Entstehung von Darmkrebs gut belegte, alltägliche Risikofaktoren eine Rolle:

  • Übergewicht und Bewegungsmangel,
  • häufiges Rauchen und hoher Alkoholkonsum,
  • ballaststoffarme Ernährung, viel rotes und verarbeitetes Fleisch,
  • bestimmte Vorerkrankungen wie chronisch‑entzündliche Darmerkrankungen,
  • bestimmte molekulare Veränderungen bei den DNA-Reparaturmechanismen,
  • Veränderungen in der DNA, die eine spezifische Therapie ermöglichen oder verhindern.

Die gute Nachricht: Viele dieser Faktoren lassen sich beeinflussen. Durch mehr Bewegung, gesündere Ernährung und Rauchstopp kann das Darmkrebsrisiko messbar gesenkt werden.

4. Ihre Anlaufstellen am Klinikum Chemnitz

Im Klinikum Chemnitz bündeln wir die Expertise verschiedener Fachrichtungen, um Risiko, Diagnose und Therapie möglichst gut abzusichern:

  • Institut für Pathologie: molekulargenetische Analysen von Tumorgewebe zur differenzierten Therapieplanung.
  • MVZ Praxis Humangenetik am Zentrum für Diagnostik GmbH: strukturierte humangenetische Beratung, Erstellung eines Familienstammbaums, Bewertung des erblichen Risikos und ggf. Einleitung der genetischen Diagnostik.
  • Onkologisches Zentrum Chemnitz (OCC): enge Zusammenarbeit von Onkologie, Chirurgie, Strahlentherapie, Pathologie und Humangenetik zur gemeinsamen Festlegung des optimalen Behandlungskonzepts.

Unser Ziel: Risiken früh erkennen, Vorsorgeprogramme anpassen, Therapien präziser machen. Für Patientinnen, Patienten und ihre Familien.

Bei Fragen zu genetischer Beratung oder Tumorgenetik:
Zentrum für Diagnostik GmbH am Klinikum Chemnitz

Dr. med. Sonja Wegscheider
FÄ für Humangenetik
Tel.: 0371 333-22152
Fax: 0371 333-24202
Mail: genetik(at)laborchemnitz.de

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.laborchemnitz.de/leistungen/genetische-sprechstunde

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