Dresdner Straße 178
Für Erwachsene: 0371 - 333 12600 (Haus 2) Für Kinder: 0371 - 333 12200 (Haus 8)Für alle dringenden und lebensbedrohlichen medizinischen Notfälle (Flemmingstraße 2)
Telefon 0371 - 333 35500Für kardiologische Notfälle (zum Beispiel Herzinfarkt)
Telefon 0172 - 377 2436Flemmingstraße 2 (N022/Haus 1)
Telefon 0371 - 333 36328Bereitschaftspraxis der KVS
Allgemeinmedizinischer BehandlungsbereichFlemmingstraße 4, Haus B (Zugang über Seiteneingang Haus B)
weitere Informationen unter: bereitschaftspraxen.116117.de
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Wusstest du, dass rund 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland täglich mit einem zu hohen Druck in ihren Gefäßen leben, ohne es zu bemerken? Bluthochdruck (Hypertonie) ist die Volkskrankheit Nummer eins und betrifft fast jeden dritten Erwachsenen. Da die Erkrankung des Gefäßsystems keine akuten Schmerzen verursacht, bleibt sie als „stiller Killer“ oft jahrelang unentdeckt. Medizinisch gesehen liegt eine Hypertonie vor, wenn der Blutdruck in Ruhe dauerhaft die Grenzwerte von 140/90 mmHg überschreitet. Unbehandelt schädigt Bluthochdruck schleichend die feinen Strukturen von Herz, Herzkranzgefäßen, Gehirn, Nieren, Augen und Blutgefäßen. Die Folge können lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkte, die Koronare Herzkrankheit (KHK), Schlaganfälle, Demenz, Nierenversagen, Durchblutungsstörungen oder Netzhautschäden sein. Doch soweit muss es nicht kommen. Prof. Dr. Karim Ibrahim, von der Deutschen Hochdruckliga zertifizierter Hypertensiologe und Chefarzt unserer Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin, erklärt dazu: „Jeder kann durch seine Lebensweise selbst etwas für einen gesunden Blutdruck tun – das gilt nicht nur für Hypertoniker, sondern auch zur Vorbeugung.“
Den Blutdruck richtig selbst messen
Neben regelmäßigen ärztlichen Kontrollen kommt der häuslichen Blutdruck-Selbstmessung ein besonders hoher Stellenwert in der Diagnostik und Verlaufskontrolle zu. Für aussagekräftige Werte ist eine korrekte Durchführung entscheidend. Empfohlen wird ein validiertes, qualitativ geprüftes Blutdruckmessgerät, idealerweise mit Oberarm- oder Handgelenk-Manschette. Die Messung sollte nach mindestens fünf Minuten der Entspannung im Sitzen in einem ruhigen Umfeld erfolgen. Dabei sollten Rücken und Arm abgestützt sein, der Messarm sollte in Herzhöhe gelagert werden und während der Messung sollte weder gesprochen noch bewegt werden. Pro Zeitpunkt sollten zwei Messungen im Abstand von ein bis zwei Minuten durchgeführt und sorgfältig dokumentiert werden – idealerweise zweimal täglich (morgens und abends) über mindestens drei, besser sieben aufeinanderfolgende Tage. Diese strukturierte Erfassung hilft, die Blutdruckeinstellung präziser zu beurteilen und die Behandlung optimal anzupassen.
Das Stufenkonzept der Therapie
Die Behandlung der arteriellen Hypertonie folgt heute einem klar strukturierten und wissenschaftlich belegten Stufenkonzept. Ziel ist es, den Blutdruck dauerhaft zu senken und dadurch das Risiko für Folgeerkrankungen nachhaltig zu reduzieren. Aktuelle internationale Leitlinien betonen drei zentrale Säulen:
1. Lifestyle-Modifikation – die Basis jeder Therapie
Die wichtigsten Empfehlungen sind die Vermeidung einer inaktiven Lebensweise sowie Förderung der regelmäßigen körperlichen Betätigung. Dies beginnt mit der Steigerung der täglichen körperlichen Aktivität sowie aeroben Bewegungstraining (mindestens 150 Minuten/Woche moderater Intensität oder 75 Minuten/Woche starker Intensität). Weitere Faktoren sind ausreichende Schlafzeiten, Stressabbau, gesunde und ausgewogene Ernährung (wie Mittelmeer- oder DASH-Diät), inklusive Reduktion der Natrium-Zufuhr. Bei Erwachsenen mit erhöhtem Blutdruck wird empfohlen, die Natriumzufuhr auf etwa 2 Gramm pro Tag zu beschränken – dies entspricht etwa 5 Gramm Salz pro Tag, also etwa einem Teelöffel. Zudem sollte ein Normalgewicht erzielt, der Alkoholkonsum reduziert und ein kompletter Nikotinverzicht angestrebt werden. Bluthochdruckerkrankte sollten möglichst viele dieser Empfehlungen konsequent umsetzen.
2. Medikamentöse Therapie – individuell und effektiv
Reichen Lebensstiländerungen allein nicht aus, kommen moderne blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz. Heutzutage steht eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung. Die aktuellen Leitlinien empfehlen häufig einen frühen Beginn mit Kombinationstherapien, um die Zielwerte schneller und nachhaltiger zu erreichen.
3. Renale Denervation – neue Hoffnung bei therapieresistenter Hypertonie
Trotz moderner Medikamente erreichen einige Patienten ihre Zielwerte nicht. Man spricht dann von einer therapieresistenten Hypertonie, wenn der Blutdruck trotz mehrerer, optimal dosierter Medikamente dauerhaft erhöht bleibt. „Für diese Patientengruppe gewinnt die renale Denervation zunehmend an Bedeutung, die neuerdings auch in unserem Haus als Therapieoption zur Verfügung steht“, ergänzt die invasiv tätige Oberärztin MUDr. Miroslava Galandova unserer Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin. Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Katheterverfahren, bei dem überaktive sympathische Nervenfasern an den Nierenarterien gezielt verödet werden. Dadurch wird die nervale Überstimulation reduziert, die wesentlich zur Blutdruckerhöhung beiträgt. Die Entscheidung für dieses Therapieverfahren erfolgt nach sorgfältiger Diagnostik durch spezialisierte Fachärzte wie Kardiologen oder Nephrologen und ist nur für einen bestimmten Patientenkreis geeignet.
Moderne Therapie in unserem Kardiologischen Zentrum
Treten dennoch schwere Folgeerkrankungen des Herzens auf, bietet unser neues mit rund 160 Betten ausgestattetes Kardiologisches Zentrum ein hochspezialisiertes Leistungsspektrum für die optimale medizinische Versorgung der Patienten. Die Diagnostik und Behandlung erfolgt hochpräzise und auf höchstem Niveau. Bei KHK und beim akuten Herzinfarkt setzen unsere erfahrenen Experten auf medikamentöse Therapien oder interventionelle Verfahren wie Stent-Implantationen mittels modernster Herzkathetertechnik zur minimalinvasiven Aufweitung oder Wiedereröffnung der Gefäße. Zur Vermeidung von Schlaganfällen, die ebenfalls aus Bluthochdruck resultieren können, behandelt unser hochkompetentes Team Herzrhythmusstörungen mit innovativen Technologien der interventionellen Rhythmustherapie – von der Implantation von Herzschrittmachern über die Katheterablation von schnellen Herzrhythmusstörungen bis hin zum interventionellen Vorhofohrverschluss. Die Patienten profitieren innerhalb des Klinikums von einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit weiteren Fachbereichen wie Gefäßchirurgie, Neurologie und Nephrologie. So wird eine ganzheitliche Behandlung gewährleistet.