Dresdner Straße 178
Für Erwachsene: 0371 - 333 12600 (Haus 2) Für Kinder: 0371 - 333 12200 (Haus 8)Für alle dringenden und lebensbedrohlichen medizinischen Notfälle (Flemmingstraße 2)
Telefon 0371 - 333 35500Für kardiologische Notfälle (zum Beispiel Herzinfarkt)
Telefon 0172 - 377 2436Flemmingstraße 2 (N022/Haus 1)
Telefon 0371 - 333 36328Bereitschaftspraxis der KVS
Allgemeinmedizinischer BehandlungsbereichFlemmingstraße 4, Haus B (Zugang über Seiteneingang Haus B)
weitere Informationen unter: bereitschaftspraxen.116117.de
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Schnelle Diagnose bei lebensbedrohlichen Hirninfektionen
Klinikum Chemnitz erhält 8.000 Euro Fördergeld von der DGNI-Stiftung für neurochirurgisches Forschungsprojekt
Ein neurochirurgisches Forschungsprojekt des Klinikums Chemnitz erhält eine wichtige Anschubfinanzierung von der Stiftung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensivmedizin (DGNI) in Höhe von 8.000 Euro. Das Forscherteam entwickelt eine wegweisende spektroskopische Methode zur blitzschnellen Analyse von Hirnnervenwasser (Liquor). Diese Technik hat das Potenzial, die Behandlung von lebensbedrohlichen Infektionen des Zentralen Nervensystems (ZNS) drastisch zu beschleunigen.
Bei neurochirurgischen Patienten ist die schnelle und sichere Diagnose von Infektionen im Zentralen Nervensystem (ZNS) eine alltägliche Herausforderung. Bei operierten Patienten ist es selbst für gut ausgebildete Fachärzte oft schwierig zu unterscheiden, ob eine Veränderung im Hirnnervenwasser eine normale Reaktion auf den Eingriff oder eine beginnende, lebensbedrohliche Infektion ist. Um dies zu ermitteln, kann die die klassische Labordiagnostik durchgeführt werden, welche zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Eine weitere Option ist die mikrobiologische Untersuchung, die sogar bis zu drei Tage dauert. In dieser kritischen Zeit müssen Neurochirurgen oft ohne gesicherte Diagnose über eine antibiotische Behandlung entscheiden.
Die neue Methode setzt auf die spektroskopische Untersuchung von Gewebe mit elektromagnetischer Strahlung in Form von Infrarotlicht. Dazu wird eine Liquorprobe auf einem Objektträger mit Infrarotlicht bestrahlt. Anhand des reflektierten Lichtspektrums (der gemessenen Wellenlänge) lassen sich biochemische Prozesse im Hirnwasser analysieren. Es können Glukose-, Phosphor- und Proteingehalt in der Probe präzise bestimmt werden – quasi ein „optischer Fingerabdruck“ der Gewebeprobe, da die chemische Zusammensetzung jeder Gewebeprobe einzigartig ist. Die Messwerte werden mit denen von gesundem Liquor verglichen, um Rückschlüsse auf Blutungen, Infektionen oder Tumorerkrankungen zu ziehen. Im Zuge der Analyse werden die entdeckten Erkrankungen direkt in den jeweiligen Gruppen geclustert.
„Die spektroskopische Analyse ist in der Mikrobiologie eine etablierte Methode, doch in der klinischen Diagnostik und insbesondere in der Neurointensivmedizin ist sie völlig neu“, sagt Dr. Kasper. „Der entscheidende Vorteil ist, dass die Messung äußerst sensitiv und spezifisch ist und ein Ergebnis in nur wenigen Sekunden liefert.“ Das Projekt wird von Prof. Dr. med. Matthias Kirsch, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, und PD Dr.med.habil Johannes Kasper, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie, sowie Prof. Dr. Dr. Gerald Steiner aus der Arbeitsgruppe „Klinisches Sensoring und Monitoring“ der Technischen Universität Dresden, geleitet. Die Forschung wird in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie des Klinikums Chemnitz und dem Institut für Physik der Technischen Universität Chemnitz realisiert. Dr. Kasper ist federführend in der praktischen Umsetzung. Er arbeitet seit Februar in der Neurochirurgie am Klinikum Chemnitz. Vor seiner Tätigkeit in Chemnitz forschte er am Universitätsklinikum in Leipzig zu onkologischen Erkrankungen. Prof. Kirsch begann bereits vor mehr als 15 Jahren mit der Grundlagenforschung und pflegt seither eine langjährige Forschungskooperation mit der Technischen Universität Dresden.
Die Förderung in Höhe von 8.000 Euro wurde nach Einreichung eines umfassenden Forschungsantrags durch ein positives Gutachten eines interdisziplinären Gremiums der DGNI-Stiftung bewilligt. „Wir danken der DGNI für die wichtige Förderung, die das Klinikum Chemnitz als Maximalversorger mit universitärem Anspruch in seinen Forschungsbestrebungen stärkt. Ohne die Förderung wäre dieses Forschungsprojekt im laufenden Klinikbetrieb nicht so einfach umsetzbar“, betont Prof. Kirsch.
Dr. Kasper erklärt: „Bis zur Etablierung im Klinikalltag werden zwar noch Jahre vergehen, aber die Aussicht auf eine Diagnose in Sekunden ist ein enormer Fortschritt, der das Potenzial hat, die Behandlung von neurochirurgischen Patienten sicherer und schneller zu machen.“