Neue Homepage für multizentrische Studie zum seltenen, bösartigen Netzhautlymphom

| Datum: Dienstag, den 20.01.2026 um 11:39 Uhr

Beim primären vitreoretinalem Lymphom (VRL) handelt es sich um eine vergleichsweise seltene, bösartige Erkrankung im Auge, die häufig mit einem primären Lymphom des Gehirns vergesellschaftet ist. Diese Krebserkrankung kann für Patientinnen und Patienten lebensbedrohlich oder lebenseinschränkend sein und ist schwierig zu diagnostizieren. Unter der Leitung von Prof. Dr. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und Prof. Dr. Falko Fend, Pathologe am Universitätsklinikum Tübingen, läuft aktuell eine multizentrische Studie zur Verbesserung der Diagnostik beim Lymphom des Augeninneren. Federführend ist die Klinik für Augenheilkunde des UKSH und der Universität zu Lübeck.Die insgesamt sechs Jahre andauernde Studie wird von der Deutschen Krebshilfe mit rund 860.000 Euro gefördert und von der German Lymphoma Alliance und Retina.net inhaltlich mit begleitet.

Gerade wurde eine neue Homepage für diese Studie gehostet. Ziel ist hierbei, die breite Öffentlichkeit über die seltene, jedoch sehr bösartige Krankheit zu informieren und auf die Studie hinzuweisen. Mit der Patienten-zentrierten DECODE VRL Studie will das Studienteam einerseits neueste molekularbiologische Techniken so breit wie möglich zum Einsatz bringen und andererseits deren Wertigkeit im Vergleich zur etablierten Diagnostik durch klinische Nachverfolgung validieren, da prospektive Studien aufgrund der Seltenheit der Erkrankung fehlen.

Maligne Lymphome des Augeninneren stellen für die klinische und pathologische Diagnostik eine große Herausforderung dar. Aufgrund der mehrdeutigen klinischen Symptomatik des Lymphombefalls von Glaskörper und Netzhaut, auch vitreoretinales Lymphom oder Masquerade-Syndrom genannt, ist die Diagnosestellung oft verzögert. Dadurch kommt es häufig zu einem verspäteten Therapiebeginn. Selbst nach einer Operation mit Probegewinnung aus dem Auge wird die Diagnose mit den üblichen Analyseverfahren in bis zu einem Drittel der Fälle übersehen, was zu einer deutlichen Reduzierung der Lebenserwartung von Betroffenen führen kann. Die DECODE VRL Studie hat daher das Ziel, eine innovative molekularbiologische Diagnostik für das vitreoretinale Lymphom in einem multizentrischen Ansatz standardisiert zu implementieren und klinisch zu validieren.

Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist eine möglichst breite Beteiligung von Zentren für Augenheilkunde von zentraler Bedeutung für das Gelingen der Studie. Aktuell wirken an der Studie insgesamt 13 probensammelnde Augenkliniken mit. Acht weitere Augenkliniken haben die Zusage gegeben und sind aktuell als Studienzentrum im Aufbau.

„Für die Patientinnen und Patienten besteht eine doppelte Sorge. Der Krebs bedroht das eigene Leben und zusätzlich das Sehen“, so Prof. Dr. Vinodh Kakkassery, der die Studie in seiner früheren Position am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein initiiert hat. „Eine bessere Diagnostik bedeutet eine frühere Behandlung, die die Prognose deutlich verbessert.“ Als Pathologe steht für seinen Tübinger Kollegen Prof. Dr. Falko Fend fest: „Die Wissenserweiterung auf diesem Krankheitsgebiet ist dringend notwendig. Wir sind bei der diagnostischen Sicherheit vor allem in der Breite noch lange nicht im maximalen Bereich, so dass die DECODE VRL Studie nur zu begrüßen ist. Die Zusammenführung der Expert:innen aus den verschiedenen medizinischen Disziplinen für die Studie ist ein absoluter Mehrwert.“

Hier geht es zur Webseite der DECODE VRL Studie

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