Neuer Höchstwert mit 120 Gewebespenden: Klinikum Chemnitz bleibt eines der spendenstärksten Häuser

| Datum: Dienstag, den 13.01.2026 um 14:00 Uhr

Mit 120 Gewebespenden im Jahr 2025 hat das Klinikum Chemnitz einen neuen Höchstwert erreicht. Als Maximalversorger unterstreicht das Haus damit seine Rolle als eine der leistungsstärksten Einrichtungen im bundesweiten Netzwerk der gemeinnützigen Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG). Fast jede fünfte der insgesamt 611 sächsischen Gewebespenden wurde im vergangenen Jahr am Klinikum Chemnitz durchgeführt.

„Hinter jedem dieser 120 Fälle steht eine bewusste Entscheidung für das Leben und unsere Mitmenschen. Dass wir am Klinikum Chemnitz diesen neuen Höchstwert erreicht haben, ist vor allem der hohen Sensibilität des medizinischen Personals und der großen Bereitschaft der Angehörigen zu verdanken“, sagt Christian Engelmann, DGFG-Gewebespendekoordinator am Klinikum Chemnitz. „Trotz des Rekords bleibt der Bedarf bei vielen Geweben, insbesondere bei Herzklappen, kritisch. Jede einzelne Spende zählt, um die Versorgungslücke weiter zu schließen.“

Die Entwicklung in Chemnitz spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Noch nie wurden in Deutschland so viele Gewebe gespendet wie im vergangenen Jahr. Die DGFG erhielt erstmals mehr als 60.000 Meldungen potenzieller Spender aus nahezu 320 Partnerkliniken. Im Jahr 2025 wurden mehr als 12.000 Aufklärungsgespräche zur Gewebespende mit Angehörigen von Verstorbenen geführt, was in 4.500 Fällen zu einer Zustimmung zur Spende führte. Zwar gab es prozentual nicht mehr Zustimmungen als 2024, jedoch war die Anzahl der Meldungen, der Aufklärungsgespräche und somit auch der Personen, die Gewebe gespendet haben, deutlich höher. Insgesamt konnten 9.640 Patienten mit einem Transplantat aus dem DGFG-Netzwerk versorgt werden. Dies ist eine Steigerung von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt ebenfalls einen neuen Rekordwert dar.

Die Augenhornhaut ist das am häufigsten gespendete und transplantierte Gewebe im Netzwerk der DGFG. Von den bundesweit 4.188 Entnahmen spendeten 4.070 Personen nach ihrem Tod ihre Hornhäute. Insgesamt konnten im Jahr 2025 6.370 in der Gewebebank aufbereitete Transplantate an Augenkliniken vermittelt werden, was einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dennoch deckt das Angebot den Bedarf noch nicht vollständig. Besonders deutlich wird der Mangel bei Herzklappen: Obwohl die Spenden in diesem Bereich um 18 Prozent auf 472 stiegen, konnte die DGFG weniger als die Hälfte der Anfragen bedienen. 84,4 Prozent dieser Herzklappen wurden im Rahmen einer Organspende entnommen, wenn das gesamte Herz für eine Transplantation nicht infrage kam.

Bei der DGFG sind mehr als 65 spezialisierte Gewebespende-Koordinatoren für alle Belange rund um die Gewebespende verantwortlich. Sie begleiten alle Schritte von der Identifizierung der Spender bis zur Entnahme. Für das Klinikum Chemnitz ist seit acht Jahren der Diplom-Biologe Christian Engelmann zuständig, seit 2024 unterstützt durch die Biochemikerin Bianca Zönnchen. In der Region Südwestsachsen realisieren beide die Spende von Augenhornhäuten, Herzklappen, Blutgefäßen, Knochen und Weichgewebe. Bei den 120 Gewebespenden im vergangenen Jahr konnten so unter anderem 240 Hornhäute, 12 Herzklappen/Blutgefäße und 62 Knochen/Weichgewebe entnommen werden.

Hintergrund Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation

Die DGFG fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Auf Basis des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle Gewebezubereitungen gilt das Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Jede medizinische Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen. Als unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft wird die DGFG ausschließlich von öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens getragen: Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg. Die DGFG ist in ihrer Aufbaustruktur, der Freiwilligkeit der Unterstützung durch die Netzwerkpartner und ihrer Unabhängigkeit von privaten oder kommerziellen Interessen einzigartig in Deutschland.

Hinweis für Medienvertreter und Redaktionen: Das dieser Pressemitteilung beigefügte Bild zeigt Christian Engelmann und Bianca Zönnchen, DGFG-Gewebespendekoordinatoren am Klinikum Chemnitz. Es kann mit dem Hinweis Foto: Klinikum Chemnitz und im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung kostenfrei verwendet werden.

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