Dresdner Straße 178
Für Erwachsene: 0371 - 333 12600 (Haus 2) Für Kinder: 0371 - 333 12200 (Haus 8)Für alle dringenden und lebensbedrohlichen medizinischen Notfälle (Flemmingstraße 2)
Telefon 0371 - 333 35500Für kardiologische Notfälle (zum Beispiel Herzinfarkt)
Telefon 0172 - 377 2436Flemmingstraße 2 (N022/Haus 1)
Telefon 0371 - 333 36328Bereitschaftspraxis der KVS
Allgemeinmedizinischer BehandlungsbereichFlemmingstraße 4, Haus B (Zugang über Seiteneingang Haus B)
weitere Informationen unter: bereitschaftspraxen.116117.de
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„Ich bin ein Dinosaurier“, sagt Dr. med. Ute Achtzehn schmunzelnd. Die Leitende Oberärztin der Klinik für Pneumologie blickt auf 45 Jahre Medizingeschichte und die Erfahrung in zwei verschiedenen Gesundheitssystemen zurück. Ihre Approbation erhielt sie 1989, vier Jahre später promovierte sie. Seit 1996 ist sie Fachärztin für Innere Medizin und seit 1998 auf Pneumologie spezialisiert. Doch ihr eigentliches Lebenswerk begann im Jahr 1999: Seitdem trägt sie als Oberärztin die Verantwortung für die Intensivstation K380 und besitzt die Zusatzbezeichnung „Spezielle Internistische Intensivmedizin“. Als die Klinik am Standort Küchwald damals den Betrieb aufnahm, wurden die Einrichtungen aus Borna, Waldenburg und Zschadraß zusammengeführt, um die einzige Lungenfachklinik in Südwestsachsen zu bilden. Dr. Achtzehn erinnert sich lebhaft an die Anfänge: „Alles war neu – die Abläufe, das Team und die Ausstattung. Die Betten waren noch in Plastikfolie verpackt und die Schränke leer. Wir haben bei null angefangen.“
Obwohl sie bereits in Magdeburg Erfahrungen im Aufbau einer Intensivstation gesammelt hatte, war das Projekt für die damals 37-Jährige eine Herausforderung. Die anspruchsvolle Arbeit forderte ihren vollen Einsatz, sodass für die Wissenschaft, der sie sich ebenfalls gern gewidmet hätte, kaum noch Raum blieb. Heute versorgt ihr eingespieltes Team auf einer Station mit 14 Betten schwerkranke Patienten in einer hochsensiblen Erkrankungsphase. Es ist ein Arbeitsplatz, der höchste Konzentration und Schnelligkeit erfordert. „Was für uns Alltag ist, wirkt auf viele Menschen beängstigend – die Geräte, die Geräusche und die Hektik“, erklärt die erfahrene Intensivmedizinerin. Oft bleibt in kritischen Momenten kaum Zeit für erklärende Worte. Dass Angehörige dann manchmal das Gefühl haben, man hätte keine zehn Minuten für sie, gehört zu den Schattenseiten der Akutmedizin, mit denen Dr. Achtzehn professionell, aber mitfühlend umgeht. Um sich neben der medizinischen Arbeit auch auf berufspolitischer Ebene für das Klinikum einzusetzen, engagierte sie sich von 2009 bis 2019 als Vertreterin des Marburger Bundes im Aufsichtsrat und vertrat die Interessen ihrer Kollegen.
Inzwischen ist sie selbst ein Vorbild. Für ihre Kolleginnen Dr. med. Dora Bartusek, Eva Dörfel und Claudia Landgraf ist sie eine wichtige Mentorin. Mit großer Freude gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung an die nächste Generation weiter. Um den fachlichen Austausch zu fördern, organisiert sie seit dem Jahr 2000 jährlich ein Intensivmedizinisches Symposium. Sie selbst zehrt bis heute von ihren eigenen Vorbildern: einem Mentor, den sie jederzeit um Rat fragen konnte, und einer Oberärztin, die ihr zeigte, dass man gleichzeitig taff, direkt, authentisch und herzlich sein kann. Dieser Rückhalt war wichtig, denn ihr eigener Weg war keineswegs vorgezeichnet. „1981 habe ich mein Pflegepraktikum absolviert. Die Medizin hat mich fasziniert, aber ich durfte erst nicht studieren“, erinnert sie sich. In einem System, in dem Intelligenz und Frauen nicht immer gezielt gefördert wurden, musste sie sich durchbeißen. Rückblickend empfindet sie die Stelle im Krankenhaus als Glücksgriff: „In den 1990er-Jahren hat man als Arzt nach einer Arbeitsstelle gesucht – heute suchen Krankenhäuser händeringend Ärzte.“
Gerade deshalb liegt ihr ein Rat für junge Kolleginnen zum Tag der Ärztinnen besonders am Herzen: „Lasst euch nicht beim ersten Gegenwind von euren Zielen abbringen – erst recht nicht, wenn ihr in einem Abhängigkeitsverhältnis steht. Mit den Jahren werdet ihr sicherer und euer Auftreten wird sich ändern.“ Gleichzeitig betont sie, wie wichtig die richtige Balance zwischen dem fordernden Klinikalltag und dem Privatleben ist. Sie selbst tankt Kraft in der Natur, auf Reisen, bei Hörbüchern oder kulturellen Veranstaltungen. Auch wenn der theoretische Ruhestand in drei Jahren näher rückt, ist ein Abschied noch nicht gewiss: Vielleicht bleibt Dr. Achtzehn der Station, die sie seit 27 Jahren maßgeblich prägt, noch ein wenig länger erhalten.