Radiologie-Oberärztin Tine Grodde in den Ruhestand verabschiedet

| Datum: Dienstag, den 31.03.2026 um 13:28 Uhr

„Eigentlich wollte ich Anästhesistin werden“, sagt Tine Grodde. Doch während einer Auslandsfamulatur in der Tschechoslowakei in den 1980er Jahren entschied sie sich um – für die Radiologie: „Und das habe ich mein ganzes Berufsleben lang nicht bereut.“ Die 65-jährige Oberärztin geht heute nach mehr als 40 Dienstjahren am Klinikum Chemnitz in den Ruhestand. Am vergangenen Freitag wurde sie vom Team des Instituts feierlich verabschiedet.

Tine Grodde stammt aus Olbernhau. Ärzte gab und gibt es viele in der Familie und auch für sie stand bald fest, dass sie Ärztin werden wollte. Sie studierte von 1978 bis 1984 Humanmedizin in Leipzig. „Und dann bin ich in mein gewünschtes Fach in meinem Wunschort gekommen“, sagt sie. Das sei nicht selbstverständlich gewesen in einer Zeit, als es in der Medizin wie in vielen anderen Berufszweigen die staatliche Lenkung gab. Am damaligen Bezirkskrankenhaus Karl-Marx-Stadt absolvierte sie zunächst ihr 6. Studienjahr, das damals Arzt im Praktikum hieß, und begann danach mit der Facharztausbildung für diagnostische Radiologie. Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie waren seinerzeit noch in einem Fach zusammengefasst. „Das steckte ja alles noch in den Kinderschuhen. Aber, die Möglichkeit, mit Geräten Erkrankungen sichtbar zu machen, haben mich sofort beeindruckt“, erinnert sich Tine Grodde.

Auch wenn mancher das belächelt habe: „Langweilig war es in der Radiologie nie.“ Allein die technische Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren sei enorm gewesen. „Das bedeutete lebenslanges Lernen und Schritthalten.“ Ein bedeutender Schritt für das Fach war die Einführung der Magnetresonanztomografie, kurz MRT. Eine bildgebende Diagnosemöglichkeit, die hauptsächlich zur Darstellung von Gehirn, Gelenken und Weichteilgewebe eingesetzt wird. Als 1997 der erste Magnetresonanztomograf am Klinikum installiert wurde, war die Diplom-Medizinerin gemeinsam mit Oberarzt Dr. med. Dietrich Pilz für alles verantwortlich, was die Geräte und deren Einsatz betrifft. Mittlerweile steht die dritte Generation von MRT im Haus.

Tine Grodde war jahrelang Ansprechpartnerin für externe Fachkollegen und Zuweiser, hat Weiterbildungsassistenten angeleitet, Oberarzt Dr. Lutz Bauer in der Kinderradiologie vertreten, sie war eine Zeit lang Chefarztvertreterin und für drei Monate sogar kommissarische Chefärztin, um einen Wechsel an der Spitze der Radiologie zu überbrücken. Die beiden ehemaligen Chefärzte PD Dr. Fred Kunzelmann und Prof. Dr. Rainer Klöppel, die zusammen das Institut mehr als 30 Jahre lang leiteten, sind auch zu ihrer Verabschiedung gekommen.

„Tine Grodde hat die Radiologie am Klinikum Chemnitz über Jahrzehnte fachlich und menschlich geprägt – verlässlich, klar und mit einer Haltung, auf die man sich jederzeit verlassen konnte“, sagt Prof. Dr. Dieter Fedders, Chefarzt der diagnostischen und interventionellen Radiologie am Institut für Radiologie und Neuroradiologie. „Sie hat Entwicklungen nicht nur begleitet, sondern mitverantwortet – von der Etablierung der MRT-Diagnostik über die Anleitung junger Kolleginnen und Kollegen bis zur Übernahme von Führungsverantwortung in anspruchsvollen Phasen. Gerade in schwierigen Situationen war sie als Kollegin, auf die ich mich vorbehaltlos verlassen konnte, eine feste Stütze. Diese Verlässlichkeit zeigte sich auch nach außen: Sie hat den Austausch mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen aktiv gepflegt und immer wieder angeregt. Ich kann Tine kaum genug danken für ihr enormes Engagement und ihren täglichen persönlichen Einsatz – für das Fach, das Kollegium und vor allem für unsere Patientinnen und Patienten. Als Team wünschen wir ihr für den nächsten Lebensabschnitt von Herzen alles Gute und viel Freude.“

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