Dresdner Straße 178
Für Erwachsene: 0371 - 333 12600 (Haus 2) Für Kinder: 0371 - 333 12200 (Haus 8)Für alle dringenden und lebensbedrohlichen medizinischen Notfälle (Flemmingstraße 2)
Telefon 0371 - 333 35500Für kardiologische Notfälle (zum Beispiel Herzinfarkt)
Telefon 0172 - 377 2436Flemmingstraße 2 (N022/Haus 1)
Telefon 0371 - 333 36328Bereitschaftspraxis der KVS
Allgemeinmedizinischer BehandlungsbereichFlemmingstraße 4, Haus B (Zugang über Seiteneingang Haus B)
weitere Informationen unter: bereitschaftspraxen.116117.de
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Wenn Prof. Dr. Mathias Hänel, Chefarzt unserer Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie, heute auf die Laborwerte von Christel Kabat Vel Job blickt, ist von ihrer lebensbedrohlichen Leukämie nichts mehr zu sehen. Die jüngsten Kontrolluntersuchungen bestätigten eine anhaltende molekulare Komplettremission. Das bedeutet, dass sich selbst mit hochsensiblen molekulargenetischen Verfahren keine Resterkrankung mehr im Blut und Knochenmark der Patientin nachweisen lässt. Für die 82-jährige Merseburgerin ist dies das Ergebnis einer hochspezialisierten Krebstherapie, die bereits vor vielen Jahren begann.
Im Zentrum des Therapieerfolgs steht die allogene Stammzelltransplantation, die früher oft auch als Knochenmarktransplantation (KMT) bezeichnet wurde. Als Christel Kabat Vel Job 2009 zum ersten Mal an einer akuten myeloischen Leukämie (AML) erkrankte, wurden ihr nach einer vorbereitenden Chemotherapie, welche die kranken Zellen zerstörte, gesunde Blutstammzellen eines Fremdspenders per Transfusion übertragen, um in ihrem Körper ein neues blutbildendes System aufzubauen. Die Chemotherapie erhielt sie in Chemnitz, die Stammzelltransplantation erfolgte damals am Universitätsklinikum Dresden. Mittlerweile führt unsere Klinik für Innere Medizin III – als eines der größten hämatologisch-onkologischen Behandlungszentren in Deutschland – diese komplexen Behandlungen seit vielen Jahren selbst durch.
Mehr als 15 Jahre lang genoss Christel Kabat Vel Job eine stabile Gesundheit – doch im Frühjahr 2024 folgte ein schwerer Rückschlag. Als die Leukämie zurückkehrte, erzielten sowohl eine für diese Situation etablierte Chemotherapie und danach eine Antikörperbehandlung im Rahmen einer Phase-I-Studie nicht die gewünschte Wirkung. Die Situation war sehr ernst. Eine nochmalige Therapieumstellung führte zwar zu einer vorübergehenden Besserung der Blutbild- und Knochenmarkbefunde, ein erneuter Rückfall der Leukämie war aber hochgradig wahrscheinlich. In dieser problematischen Situation kam wieder eine innovative Zelltherapie zum Einsatz. Die Patientin erhielt spezielle Immunzellen von dem Mann, der ihr 2009 bereits Stammzellen gespendet hatte. Diese sogenannte Donor-Lymphozyten-Infusion (DLI) verstärkt gezielt die Immunabwehr gegen die Krankheit und bekämpft somit die Leukämiezellen. Sie wird bei Rückfällen nach einer Stammzelltransplantation häufig eingesetzt. Kurz vor Weihnachten 2024 gab es dann die erlösende Nachricht: Der Krebs war vollständig aus dem Knochenmark verschwunden – und das hält bis heute an. In regelmäßigen Abständen wird sie in der Transplantationsambulanz der Klinik nachuntersucht.
Dass Patientinnen wie Christel Kabat Vel Job heute auf höchstem medizinischem Niveau in Chemnitz versorgt werden können, ist das Ergebnis einer rasanten Entwicklung: Die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie hat ihr Portfolio in den vergangenen zwanzig Jahren stetig erweitert und bietet heute das komplette Behandlungsspektrum für hämatologische Neoplasien an. Seit 2010 ist die familiäre Stammzelltransplantation und seit 2018 die Stammzelltransplantation von Fremdspendern in Chemnitz möglich. Zudem gibt es mit der DLI und der CAR-T-Zelltherapie innovative und personalisierte Immuntherapien. Um Patienten die Behandlung mit den neuesten Medikamenten zu ermöglichen, ist die Klinik permanent an 50 bis 70 verschiedenen klinischen Studien beteiligt.