Zertifizierte onkologische Zentren in Chemnitz und Zwickau kooperieren für beste Versorgung

| Datum: Mittwoch, den 04.02.2026 um 10:00 Uhr

Die onkologischen Zentren Zwickau (OZZ) und Chemnitz (OCC) arbeiten bereits seit Längerem zusammen und stehen in engem klinischem und wissenschaftlichem Austausch für eine verbesserte Krebsversorgung in der Region Südwestsachsen. Neben der operativen Kompetenz und den Möglichkeiten der modernen Systemtherapien bis hin zur Stammzelltransplantation und CAR-T-Zell-Therapie ist die Strahlentherapie ein wesentlicher Bestandteil in der onkologischen Behandlung und essentiell für die Zertifizierung von Organkrebszentren und letztendlich dem gesamten onkologischen Zentrum.

Das Ziel der Zentrenbildung ist es, die Versorgung der onkologischen Patienten wohnortunabhängig und interdisziplinär zu verbessern. Das zentrale Steuerinstrument eines Organzentrums ist das gemeinsame Tumorboard, in dem die Therapiestrategie jedes Patienten mit allen diagnostischen und therapeutischen Fachdisziplinen individuell besprochen und dann eine gemeinsame Therapieempfehlung für den Patienten getroffen wird. Neben der Therapieempfehlung auf aktuellem Stand der Wissenschaft ist die Umsetzung dieser Behandlungskonzepte von hoher Bedeutung für die Prognose der Patienten.

„Eine Reihe von Studien zeigt, dass komplexe multimodale Therapiestrategien in einem High-Volume-Zentrum, oft deutlich bessere Therapieergebnisse erwarten lassen als in Zentren mit geringeren Patientenzahlen“ so PD Dr. Gunther Klautke, Chefarzt der Klinik für Radioonkologie des Klinikums Chemnitz. „Dies gilt nicht nur für die operative Expertise, auf der die meisten Zentren basieren, sondern auch für die strahlentherapeutische Kompetenz“, so Dr. Alexander D. Boicev, Chefarzt der Strahlentherapie und Radioonkologie des Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau. „Demnach zeigen Auswertungen aus großen, meist amerikanischen Krebsregistern, dass die Prognose der Patienten durch die strahlentherapeutische oder radioonkologische Behandlung in einem High-Volume-Zentrum zum Teil bis zu 30 Prozent besser ist als in sogenannten Low-Volume-Zentren.“

Diese Ergebnisse bestätigen auch die beiden großen Strahlentherapien in Südwestsachsen. So ergeben regelmäßige Auswertungen des regionalen klinischen Krebsregisters aus Sachsen für beide Strahlentherapien ausgezeichnete Therapieergebnisse, beispielsweise in der Behandlung des Mammakarzinoms. Dies basiert einerseits auf der hohen Expertise der entsprechenden Zuweiser. Gleichzeitig ist eine konsequente individuelle Strahlentherapie auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie beispielsweise der hypofraktionierten Bestrahlung in drei statt sechs Wochen nach brusterhaltender Therapie, sowie mit einem hohen Augenmerk auf der dosisdichten Bestrahlung, (das heißt jeden Tag von Montag bis Freitag Bestrahlung; gegebenenfalls am Samstag Bestrahlung zum Ausgleich einer fehlenden Bestrahlungsfraktion) ausschlaggebend für den Therapieerfolg. Hinzu kommen innovative technische Möglichkeiten bis hin zur atemgetriggerten Bestrahlung speziell des linksseitigen Mammakarzinoms oder die interstitielle Brachytherapie über nur eine Behandlungswoche als Form der sogenannten Teilbrustbestrahlung.

Der Weltkrebstag am 4. Februar ist Anlass, über die hervorragenden Behandlungsmöglichkeiten in der Region Südwestsachsen aufgrund der engen Kooperation und des engen Austauschs der beiden großen Zentren OZZ und OCC zu berichten und aufzuzeigen, dass die Versorgung in der Region eine sehr hohe Kompetenz hat. Denn alle speziellen diagnostischen und therapeutischen Optionen von der bildgebenden Diagnostik, den endoskopischen Möglichkeiten, der Nuklearmedizin, der Pathologie, den operativen Verfahren bis hin zur Robotik, der Kompetenz in der Systemtherapie, aller strahlentherapeutischen Verfahren wie der speziellen Stereotaxie, Ganzkörperbestrahlung, der Hyperthermie und einem großen Angebot an onkologischen Studien sind in Südwestsachsen quasi vor der Haustür vorhanden.

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