Dresdner Straße 178
Für Erwachsene: 0371 - 333 12600 (Haus 2) Für Kinder: 0371 - 333 12200 (Haus 8)Für alle dringenden und lebensbedrohlichen medizinischen Notfälle (Flemmingstraße 2)
Telefon 0371 - 333 35500Für kardiologische Notfälle (zum Beispiel Herzinfarkt)
Telefon 0172 - 377 2436Flemmingstraße 2 (N022/Haus 1)
Telefon 0371 - 333 36328Bereitschaftspraxis der KVS
Allgemeinmedizinischer BehandlungsbereichFlemmingstraße 4, Haus B (Zugang über Seiteneingang Haus B)
weitere Informationen unter: bereitschaftspraxen.116117.de
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Als Felix am12. April 2025 in Altenhain, auf der Frankenberger Straße, verunglückte, war es ein Moment, der sein Leben abrupt in zwei Teile riss. Ein zweiter Motorradfahrer überholte in einer S‑Kurve ein Auto, geriet dadurch auf Felix’ Spur – ein Frontalzusammenstoß, anschließend der Aufprall gegen die Leitplanke. In diesem Augenblick veränderte sich alles.
Als er später im Klinikum Chemnitz wieder zu sich kam – erst nach mehreren Tagen klar genug, um seine Umgebung wirklich wahrzunehmen –, war er nicht nur Patient. Felix arbeitete zu diesem Zeitpunkt seit vier Jahren in der CPU, der Brustschmerzeinheit unseres Kardiologischen Zentrums. Er kannte jeden Gang, jedes Gerät. Nun lag er selbst in einem Bett, in dem er sonst Menschen betreute.
Die ersten Stunden – ein Kampf ums Überleben
Felix wurde zunächst in der Zentralen Notaufnahme versorgt – instabil, mit lebensgefährlichen Verletzungen. Von dort ging es direkt in den OP-Saal, wo Ärzte, Kolleginnen und Kollegen um den zertrümmerten rechten Arm kämpften, mehrere schwere Armfrakturen stabilisierten und den Hirnwasseraustritt in den Thorax behandelten – Verletzungen, die eindrücklich zeigten, welche Gewalt auf seinen Körper eingewirkt hatte.
Auf der Intensivstation N039 blieb sein Zustand kritisch. Erst nach vier Tagen brachte eine weitere Operation die erlösende Stabilisierung.
Wenn Kolleginnen und Kollegen zu Halt werden
Wer in einem Krankenhaus arbeitet, weiß, wie eng die Welt dort ist. Man kennt die Abläufe – aber vor allem kennt man die Menschen. Jeder Patient hat Priorität, aber wenn ein Kollege betroffen ist, verändert sich die Atmosphäre.
Felix erinnert sich an die ersten Tage nur bruchstückhaft, aber an eines sehr klar: Wärme. Eine enge Freundin aus dem OP‑Team saß nach der ersten Operation an seinem Bett, hielt seine Hand – gemeinsam mit seiner damaligen Praxisanleiterin – und blieb, obwohl der Tag längst vorbei war. Stationsleiterin Yvonne Georgi hielt in dieser Zeit den Kontakt zu seiner Familie und wurde zu einer wichtigen Brücke zwischen Intensivstation und Zuhause. Dieselbe Freundin begleitete ihn später erneut, diesmal während der Einleitung seiner zweiten Operation, sprach beruhigend auf ihn ein und gab ihm Halt. Und da war Schwester Cécile, deren ruhige Art ihm in Momenten der Angst Sicherheit schenkte.
Es waren Gesten, die größer waren als Worte. Menschen, die seiner Familie Mut machten, als er selbst keine Kraft dafür hatte. Worte, die ihn durch die Nächte trugen und ihm das Gefühl gaben, dass er nicht nur medizinisch, sondern menschlich aufgefangen wurde.
Für einen Moment wurde das Klinikum zu einer eigenen kleinen Welt, in der alle zusammenrückten. Sein Team hielt Kontakt, organisierte, fragte nach.
Der lange Weg zurück – und die Menschen, die ihn begleiteten
Als klar wurde, dass seine rechte Hand – und der gesamte rechte Arm – schwer verletzt und gelähmt waren und niemand sagen konnte, wie viel Funktion zurückkehren würde, begann ein zweiter Weg zurück in den Beruf.
In dieser Phase wurden zwei Menschen besonders wichtig: Ines Fischbeck und Yvonne Georgi. Ines Fischbeck, verantwortlich für das Betriebliche Eingliederungsmanagement, wurde zu einer seiner wichtigsten Begleiterinnen. BEM bedeutet, Menschen nach Krankheit oder Unfall strukturiert und mit klaren Rechten zurück in den Arbeitsalltag zu führen. Dabei kam auch die stufenweise Wiedereingliederung zum Einsatz – ein etabliertes Konzept, das vorsieht, dass Beschäftigte nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall schrittweise in ihren Arbeitsalltag zurückkehren. Arbeitszeit und Aufgaben werden dabei behutsam gesteigert, orientiert an dem, was realistisch möglich und gesundheitlich vertretbar ist. Für Felix bedeutete das: Er konnte wieder Teil des Arbeitslebens werden, ohne sofort seine frühere Leistungsfähigkeit erreichen zu müssen. Auch das Team profitierte von dieser Maßnahme, denn sie ermöglichte eine behutsame Begleitung seines Wiedereinstiegs. Die gemeinsame Unterstützung stärkte das Miteinander und trug zu einem positiven, engagierten Arbeitsklima bei.
Parallel dazu begann Yvonne Georgi, Stationsleiterin der CPU, gemeinsam mit Felix an einem leidensgerechten Arbeitsplatz zu arbeiten. Sie passte Arbeitsprozesse und Strukturen so an, dass er heute trotz seiner bleibenden Einschränkungen verantwortungsvolle Aufgaben übernimmt. Felix arbeitet weiterhin in der CPU, der spezialisierten Notaufnahme für kardiale Fälle, und verantwortet dort die Triage. Als Pflegekraft beurteilt er die Dringlichkeit der eintreffenden Patientinnen und Patienten, ordnet sie den passenden Behandlungswegen zu und sorgt dafür, dass kritische Fälle sofort erkannt und priorisiert werden. Damit übernimmt er eine zentrale Rolle im Ablauf der Station und bleibt ein wichtiges Bindeglied im Team – jemand, der aktiv zum reibungslosen Funktionieren einer hochrelevanten Einheit beiträgt.
Für Felix waren diese ersten Gespräche ein Wendepunkt. Er verstand: Er musste nicht kämpfen – er hatte Unterstützung.
Künftig wird ihn auch Markus Kunert begleiten, der heutige Inklusionsbeauftragte des Arbeitgebers. Als Bindeglied zum Integrationsamt wird er dafür sorgen, dass Fördermöglichkeiten ausgeschöpft, notwendige Hilfsmittel beantragt und ergonomische Arbeitsplatzanpassungen umgesetzt werden. Ein Headset hat Felix bereits erhalten, weitere Schritte wie ein höhenverstellbarer Schreibtisch, eine Einhandtastatur und eine ergonomische Linkshändermaus werden folgen.
„Angepasste Abläufe und die richtige Technik – das sind keine Sonderlösungen, sondern Ausdruck einer Haltung. Felix soll arbeiten können, ohne sich zu überfordern, und zugleich ein vollwertiger, verantwortungsvoller Teil des Teams bleiben“, sagt Markus Kunert.
Parallel dazu wird nun auch die Schwerbehindertenvertretung (SBV) eine tragende Rolle übernehmen. Heike Thoms, seit Jahrzehnten im Klinikum und seit 2019 Schwerbehindertenvertretung, spielte bereits früh eine wichtige Rolle – und wird dies auch weiterhin tun. Sie kennt die Rechte, die Wege, die Stolpersteine – und vor allem die Menschen dahinter.
Als SBV achtet sie darauf, dass die gesetzlichen Schutzrechte schwerbehinderter Beschäftigter eingehalten werden, begleitet Gespräche, wirkt bei Entscheidungen des Arbeitgebers mit und sorgt dafür, dass notwendige Maßnahmen nicht nur geplant, sondern tatsächlich umgesetzt werden. Gemeinsam mit Markus Kunert wird sie nun in die nächste Phase gehen: die konkrete Umsetzung und Überwachung der ergonomischen Anpassungen, der technischen Hilfsmittel und der strukturellen Veränderungen, die Felix dauerhaft entlasten sollen.
„Für uns zählt, dass Felix nicht nur zurückkommt, sondern bleiben kann – unter Bedingungen, die fair, gesund und machbar sind. Wir stehen an seiner Seite und sorgen dafür, dass er die Unterstützung bekommt, die ihm wirklich hilft“, sagt Heike Thoms.
Gerade in dieser gemeinsamen Begleitung wurde für Felix sichtbar, dass Inklusion nicht aus großen Versprechen besteht, sondern aus verlässlichen Schritten, die Menschen wieder in ihren Alltag tragen. Unterstützung, die zeigt, dass niemand seinen Weg allein gehen muss.