Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie ist ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren zur Behandlung verschiedener Erkrankungen der Schilddrüse. Diese Therapie wird in einer speziellen Station der Klinik für Nuklearmedizin durchgeführt. Nachfolgend haben wir für Patienten Informationen zu Vorbereitung und Ablauf der Therapie zusammengestellt.

Sie können auch unsere Broschüre zur Radiojodtherapie herunterladen.

Informationsbroschüre
Anmeldeformular zur Radiojod-Therapie

Radiojod

Was ist Radiojod?
Es handelt sich um die radioaktive Form des Jods. Es wird genauso wie nicht strahlendes Jod vom Körper aufgenommen und in der Schilddrüse zur Hormonproduktion verwendet.

Was bewirkt radioaktives Jod in der Schilddrüse?
Das als Kapsel verabreichte Jod gelangt vom Darm ins Blut und wird dann von der Schilddrüse aufgenommen. Die Betastrahlung des Jods mit einer durchschnittlichen Reichweite von 0,5 mm zerstört ausschließlich Schilddrüsengewebe.

Die begleitende Gammastrahlung des Jods mit einer wesentlich größeren Reichweite hat keinen therapeutischen Effekt, ermöglicht aber eine Messung von außen und Aufnahmen an einer Gammakamera.

Welche Schilddrüsenerkrankungen werden mit Radiojod behandelt?

  • funktionelle Autonomie (unkontrollierte Hormonproduktion in sogenannten heißen Arealen der Schilddrüse, die zur Überfunktion führt)
  • autoimmune Schilddrüsenerkrankung mit Überfunktion (zum Beispiel Morbus Basedow)
  • Verkleinerung von deutlich vergrößerten Schilddrüsen
  • Anschlussbehandlung bei bösartigen Schilddrüsenerkrankungen nach einer Operation
  • Behandlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) bei Schilddrüsenkrebs

Warum wird eine Radiojodtherapie stationär durchgeführt?
In Deutschland ist in der Strahlenschutzverordnung eine stationäre Durchführung der Therapie gesetzlich vorgeschrieben. Da radioaktives Jod wieder vom Körper ausgeschieden wird, muss das Abwasser in Abklinganlagen gesammelt werden, um eine Belastung der Umwelt zu vermeiden. Außerdem werden Mitmenschen vor einer unnötigen Strahlenbelastung abgeschirmt.

Vorbereitung

Eine umfassende Schilddrüsenuntersuchung (Blutwerte, Sonographie, Szintigraphie und Radiojodtest) zeigt, ob der Befund geeignet ist für eine Radiojodtherapie. Der an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführte prästationäre Radiojodtest ist zur Berechnung der individuellen Dosis notwendig. Die Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten muss bei jedem Patienten auf die Therapie abgestimmt werden. Dazu sind Kontrollen der Schilddrüsenwerte erforderlich. Bitte beachten Sie die Anweisungen des Arztes. Größere Jodmengen, die vor der Radiojodtherapie in die Schilddrüse gelangen (z. B. Röntgenkontrastmittel, Medikamente), verhindern die Aufnahme des radioaktiven Jods und sollten deshalb unbedingt vermieden werden.

Behandlung

Wie lange dauert die Behandlung?
Die Restaktivität in der Schilddrüse darf bei Entlassung einen gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwert nicht überschreiten. Von der verabreichten Dosis, der Größe der Schilddrüse und ihrer Funktion hängt ab, wie schnell dieser Wert unterschritten wird. Die voraussichtliche Dauer kann nur geschätzt werden und beträgt 2 Tage bis 3 Wochen. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestaufenthaltsdauer auf Station von 48 Stunden.

Wie hoch ist der Erfolg einer Radiojodtherapie?
Die Wirkung der Behandlung setzt verzögert ein und kann erst nach drei bis sechs Monaten abschließend beurteilt werden. In etwa 80 bis 90 Prozent aller Fälle normalisiert sich die Stoffwechsellage, bei 10 bis 20 Prozent bleibt eine Überfunktion bestehen, sodass eine Wiederholung der Behandlung erforderlich wird. Bei einem Teil der Patienten entwickelt sich eine Unterfunktion, die jedoch gut und ohne Nebenwirkungen mit Schilddrüsenhormonen zu behandeln ist. Eine lebenslange ärztliche Nachkontrolle ist aus diesem Grund erforderlich.

Welche Vorteile bietet die Radiojodtherapie?

  • nahezu risikolos
  • überwiegend ohne Beschwerden
  • Heilung und Besserung ohne Operation und damit auch ohne Narbe
  • sofortige Arbeitsfähigkeit nach der Behandlung
  • komfortables und wohnliches Ambiente auf der Station
  • Möglichkeit zum Ausspannen durch die angenehme Ruhe auf der Station,
    da sich diese in einem separaten Gebäude befindet

Nebenwirkungen

Nur bei Radiojodtherapien mit insgesamt höheren Radiojoddosen (Therapie von Schilddrüsenkrebs) kann, bedingt durch die Strahlenbelastung der Speicheldrüsen, eine Mundtrockenheit auftreten. Dem kann durch eine Anregung der Speichelproduktion zum Beispiel mit Kaugummi oder sauren Drops vorgebeugt werden.

Die Sorge, dass die Radiojodtherapie Krebs auslösen könnte, ist unbegründet. Nach einer weltweit über 70-jährigen Erfahrung mit Radiojod konnte kein erhöhtes Risiko bei der Behandlung gutartiger Schilddrüsenkrankheiten festgestellt werden.

Eine Radiojodtherapie während der Schwangerschaft und Stillzeit ist unbedingt zu vermeiden. Auch nach der Behandlung sollte eine Schwangerschaft bei gutartigen Erkrankungen frühestens nach sechs, bei bösartigen Erkrankungen erst nach zwölf Monaten geplant werden.

Therapie

Sie wurden von Ihrem behandelnden Arzt zum Radiojodtest überwiesen

  • Es erwarten Sie am ersten Untersuchungstag ein ausführliches Aufklärungsgespräch, eine Schilddrüsensonographie, Blutentnahme zur Bestimmung ausstehender Laborwerte sowie das Schlucken der TESTKAPSEL.
  • Am zweiten Untersuchungstag wird der Speicherwert ermittelt und ein Speicherbild mit Jod angefertigt.
  • In Abhängigkeit vom Ergebnis der Radiojodaufnahmemessung entscheidet sich die Eignung für die Radiojodtherapie. Die Terminabsprache für die stationäre Aufnahme erfolgt individuell.

Sie werden stationär aufgenommen, dann ...

  • finden sowohl ein ärztliches Aufnahmegespräch als auch eine Untersuchung durch den Arzt sowie anschließend die Erklärung aller Besonderheiten des Stationsbetriebes durch eine Schwester statt.
  • nehmen Sie in der Regel am Aufnahmetag eine Therapiekapsel ein.

Während Ihres stationären Aufenthaltes

  • erfolgt für Sie berührungslos und von Ihnen unbemerkt die ständige Messung der Strahlenparameter durch eine Sonde an der Zimmerdecke.
  • steht. sofern ärztlich befürwortet, ein Fahrradergometer zur körperlichen Aktivierung zur Verfügung.
  • führen unsere Ärzte täglich Visiten durch (außer am Wochenende).
  • dürfen Sie das erste Mal am 3. Tag nach der Einnahme der Kapsel duschen. Danach aller zwei Tage.
  • sind das Rauchen und der Genuss von Alkohol nicht gestattet.
  • dürfen Sie keinen Besuch empfangen. Bitte nutzen Sie zur Kontaktaufnahme das an jedem Bett installierte Telefon bzw. ihr eigenes Mobiltelefon.
  • werden Ihre Mahlzeiten durch die Catering GmbH geliefert. Selbstverständlich werden spezielle Kostformen (z. B. Diabetiker-, Schonkost etc.) angeboten.
  • ist die Abgabe von zusätzlich benötigten Utensilien möglich.
  • können Sie das Internet über Cockpit-System nutzen (derzeit ist kein WLAN-Empfang infolge baulicher Strahlenschutzmaßnahmen möglich).

Die Station verfügt über 20 Betten in Form von 8 Zweibett- und 4 Einzelzimmern (Einzelzimmerzuschlag: auf Anfrage).

Für den persönlichen Bedarf bringen Sie bitte mit:

  • Medikamente, evtl. Hörgerät, Lesebrille
  • Röntgen-Pass
  • Toilettenartikel (Zahnbürste, Waschutensilien, Rasierzeug...)
  • Nachtwäsche, Hausschuhe, Tageskleidung li>
  • nach Belieben Dinge zur Beschäftigung (Bücher, Handarbeiten, Radio mit Kopfhörern, Laptop mit eigenem Internetzugang ...)

Die Straßenbekleidung wird für die Dauer des stationären Aufenthaltes gesondert aufbewahrt. Die Zimmer sind mit Telefon, Internet, Fernseher und Kühlschrank ausgestattet.

Alle Zimmer verfügen über eine Sanitärzelle. Die Duschen befinden sich im Stationsbereich. 

Qualität

Qualität steht bei uns an erster Stelle. Erfahren Sie mehr über unsere Qualitätsstandards.

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