Forschungsförderung für das Klinikum Chemnitz: Start des KI-Projekts PRIME mit Unterstützung der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen

Am Klinikum Chemnitz wird mit Unterstützung des Just Transition Funds (JTF) ein zukunftsweisendes Projekt gestartet, das die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin vorantreiben soll. Bis Mitte 2027 stehen hierfür rund eine Million Euro zur Verfügung. Das Projekt PRIME („Personalized Recommendations through Intelligent Medical Engines“) setzt auf die Entwicklung von Therapieempfehlungen durch ein lokales Sprachmodell.

Die rasanten Fortschritte von KI, insbesondere bei Sprachmodellen, haben weltweit für Aufsehen gesorgt. Doch die direkte Übertragung dieser Technologien auf die Medizin und Wissenschaft gestaltet sich schwierig. Datenschutzvorgaben sowie die Notwendigkeit der Überprüfbarkeit und eines transparenten Quellennachweises sind zentrale Hindernisse. Die Nutzung bestehender Modelle birgt außerdem das Risiko, dass sensible Patientendaten in unsicheren Cloud-Systemen verarbeitet werden.

Datensicherheit, Transparenz und medizinischer Mehrwert

Das Projekt PRIME geht diese Herausforderungen gezielt an, indem es auf ein lokales, leistungsstarkes Sprachmodell setzt. Diese Lösung bietet höchste Datensicherheit und erlaubt eine vollständige Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Als Datenquelle für die Generierung der individuellen Empfehlungen dienen Patienteninformationen, medizinische Leitlinien, interne Standards (SOPs) sowie relevante wissenschaftliche Studien und Artikel.

Kernstück von PRIME ist die Integration des Sprachmodells in das Krankenhausinformationssystem (KIS) des Klinikums Chemnitz. Die Nutzerinnen und Nutzer können die Datenquellen gezielt auswählen und die Ursprünge der Empfehlungen nachvollziehen. Dies ermöglicht eine direkte Überprüfung der wissenschaftlichen Basis, wodurch PRIME ein hohes Maß an Vertrauen und Sicherheit schafft. Es erfolgt eine umfassende Evaluation durch erfahrene medizinische Fachkollegen. Dabei werden die Ergebnisse auf Genauigkeit und Praxistauglichkeit geprüft. Ziel ist es, PRIME zu einem verlässlichen und unterstützenden Werkzeug für die medizinische Entscheidungsfindung zu entwickeln.

Wissenschaftlicher Impuls für die Region

Mit PRIME wird nicht nur medizinische Innovation vorangetrieben, das Projekt fördert auch die wissenschaftliche Attraktivität der Region. Der Aufbau eines leistungsfähigen KI-Ökosystems und die Zusammenarbeit mit starken Partnern aus Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Region Südwestsachsen. Darüber hinaus schafft das Projekt neue Impulse für die Rekrutierung von Fachkräften aus dem MINT-Bereich und legt den Grundstein für zukünftige Forschungsprojekte durch den gezielten Aufbau von Expertise und Infrastruktur.

Der JTF ist ein Förderinstrument der Europäischen Union, das Regionen unterstützt, die vor besonderen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen im Zuge des Kohleausstiegs stehen. Ziel ist es, den Wandel hin zu einer nachhaltigen und innovativen Wirtschaft zu fördern, Arbeitsplätze zu sichern und die regionale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Stand 30. Mai 2025

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